Gesundheitswarnung in Belgien: Baby nach Konsum von Nestlé-Milch erkrankt

<p>Seit Jahresbeginn reissen die Schlagzeilen um die Verunreinigung von Babynahrung in Nestlé-Produkten durch Cereulid nicht ab.</p>
Seit Jahresbeginn reissen die Schlagzeilen um die Verunreinigung von Babynahrung in Nestlé-Produkten durch Cereulid nicht ab. | Quelle: Fasnk / Grafik: GrenzEcho

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde handelte es sich um ein wenige Monate altes Baby, das kurz nach dem Konsum der Milch erkrankte. „Das Kind musste erbrechen und hatte wässrigen Durchfall, war aber nach etwa zehn Tagen vollständig wieder genesen“, erklärte Sprecher Joris Moonens. Über Stuhlproben habe man bestätigen können, dass die Symptome durch eine Cereulid-Vergiftung aus einem Nestlé-Milchprodukt ausgelöst wurden. Das noch vorhandene Milchpulver werde nun zusätzlich im Labor des Gesundheitsinstituts Sciensano untersucht.

Die betroffenen Nestlé-Produkte wurden bereits seit dem 5. Januar auf Anordnung der Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (Fasnk/Afsca) zurückgerufen. Auch die Charge, aus der das Milchpulver des erkrankten Kindes stammte, gehört zu dieser Rückrufaktion. Eltern können auf der Website der Behörde überprüfen, ob sich bei ihnen zu Hause Produkte aus den betroffenen Produktionschargen befinden.

Typische Symptome einer Cereulid-Vergiftung sind starkes Erbrechen und wässriger Durchfall, die meist kurz nach der Einnahme auftreten – oft bereits zwischen 30 Minuten und drei Stunden. Diese Beschwerden ähneln stark einer Magen-Darm-Grippe. Zusätzlich erschwert wird die Lage dadurch, dass derzeit vielerorts Noroviren im Umlauf sind, die sehr ähnliche Symptome verursachen. Gesundheitsbehörden raten Eltern daher, bei entsprechenden Beschwerden und gleichzeitigem Konsum von Nestlé-Babymilchprodukten umgehend den Hausarzt oder Kinderarzt zu kontaktieren.

Schwere Krankheitsverläufe infolge von Dehydrierung seien bei einer Cereulid-Infektion äußerst selten, betont das Departement Zorg. In Frankreich seien zwar zwei Todesfälle bei Säuglingen gemeldet worden, derzeit gebe es jedoch keinen bestätigten Zusammenhang mit einer Cereulid-Vergiftung.

Nestlé reagierte auf die Mitteilung der Behörden und erklärte, man sei über den Fall informiert. „Wir sind erleichtert zu hören, dass es dem betroffenen Baby gut geht“, teilte das Unternehmen mit. Man sei bereit, weiterhin eng mit den Behörden zusammenzuarbeiten, sobald weitere Informationen vorlägen. (belga/calü)

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