„Eine Farce“, „besorgniserregend“, „ein Pulverfass“: Nach den schlimmsten 72 Stunden der jüngeren Vereinsgeschichte herrscht bei Real Madrid Alarmstufe rot. Die Talfahrt der Königlichen erreichte ausgerechnet im „Königspokal“, der Copa des Rey, ihren Tiefpunkt. Das 2:3 (1:1)-Debakel beim Zweitligisten Albacete Balompié hallte in der Hauptstadt laut nach.
„Es ist eine Farce, es ist lächerlich. Alles, was in den letzten Tagen passiert ist“, sagte der spanische Kommentator und Real-Experte Siro López, der auch für das Vereins-TV am Mikrophon sitzt und sich deshalb laut eigener Aussage noch zurückhielt, als er urteilte: „Wir haben Real Madrid zum Gespött gemacht.“
Das nicht unverdiente Ausscheiden im Achtelfinale gegen den stark abstiegsbedrohten Tabellen-17. der zweiten Liga verschlimmerte die Turbulenzen der vorherigen Tage. Nach der Pleite im Supercopa-Finale gegen den Erzrivalen FC Barcelona (2:3) musste der ehemalige Leverkusener Meistermacher Xabi Alonso als Trainer gehen, Ex-Real-Profi Álvaro Arbeloa debütierte im Pokal als Nachfolger – und nahm die Blamage gleich auf seine Kappe.
„Wenn jemand für dieses Ergebnis verantwortlich ist, dann eindeutig ich“, sagte der neue Coach. Schon ein Unentschieden sei „in diesem Verein schlimm“, so Arbeloa – „und das ist eine Tragödie“. Er muss es wissen, zwischen 2004 und 2016 bestritt der ehemalige Innenverteidiger 238 Pflichtspiele für Real.
Arbeloa schonte unter anderem die Topstars Thibaut Courtois, Kylian Mbappé, Jude Bellingham und Rodrygo, das sei aber nicht ausschlaggebend gewesen. „Ich würde es wieder genauso machen. Ich habe ein Team mitgebracht, das gewinnen kann“, sagte er. Immerhin spielten in Vinicius Júnior, Dani Carvajal oder Federico Valverde noch ein paar Stars mit. Arbeloa zwang sich, irgendetwas Positives zu finden. Die Pleite sei „etwas, das mich verbessern wird, und es muss alle besser machen“, meinte er.
Das Negative konnte er überall lesen. „Real Madrid ist ein Pulverfass“, schrieb die spanische Mundo Deportivo, die Königlichen hätten „ihren Tiefpunkt“ erreicht. Das Ligaspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den Tabellenvorletzten UD Levante werde nun eines der wichtigsten Saisonspiele, anhand dessen die Fans ein Urteil fällen würden. „Alles deutet darauf hin, dass dieses Urteil sehr gegen die Spieler, die stark in der Kritik stehen, und die Führungsetage ausfallen wird.“
Der ehemalige Madrid-Spieler Alvaro Benito bezeichnete die aktuelle sportliche Situation als „wirklich besorgniserregend, denn ich glaube, dass entweder das Niveau fehlt oder viele Spieler unter ihrem Niveau spielen“. Zudem stellte er die Frage: „Wer wird diese Spieler jetzt zwingen? Wer wird sich diesen Spielern gegenüber durchsetzen?“
Eine erste Antwort könnte es am Samstag geben –folgt die nächste Blamage, wird es in Madrid richtig ungemütlich. (sid/tf)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren