Krankheit kostet Betriebe immer mehr – vor allem bei langen Ausfällen

<p>Trotz weniger Kurzzeitkranker: Langzeitabsenzen belasten den hiesigen Arbeitsmarkt.</p>
Trotz weniger Kurzzeitkranker: Langzeitabsenzen belasten den hiesigen Arbeitsmarkt. | Foto: picture alliance/dpa

Demnach waren im privaten Sektor 3,14 Prozent der Arbeitnehmer länger als ein Jahr krankgeschrieben – nach 3,07 Prozent im Vorjahr. Damit setzt sich der Aufwärtstrend bei den Langzeitabwesenheiten fort.

Gleichzeitig verbrachten Arbeitnehmer, die tatsächlich krank waren, im Durchschnitt 17,2 Arbeitstage im Krankenstand. 2024 waren es noch 18,3 Tage. Auch der Anteil der Beschäftigten mit kurzen Krankheitsausfällen ging zurück: 65 Prozent waren im Laufe des Jahres mindestens einmal kurzzeitig krank, während der Anteil derjenigen mit einer Krankheitsdauer von mehr als einem Monat knapp unter 13 Prozent lag. Positiv: Rund 30 Prozent der Arbeitnehmer hatten 2025 keinerlei kurz- oder mittelfristige Ausfälle – ein leichter Fortschritt gegenüber dem Vorjahr.

Trotz dieser Entwicklung bleibt die wirtschaftliche Belastung erheblich. „Für ein Unternehmen mit 100 Beschäftigten belaufen sich die direkten Kosten der Kurzzeiterkrankungen im Schnitt auf rund 160.000 Euro pro Jahr“, erklärt Thomas Lesseigne von SD Worx. Und diese Kosten dürften weiter steigen: Künftig greifen neue Solidarbeiträge für längere Krankheitszeiten.

Ab dem 1. Januar 2026 müssen Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Sie beteiligen sich dann im zweiten und dritten Monat der Arbeitsunfähigkeit mit 30 Prozent an der Krankengeldzahlung, die sonst von der Krankenkasse übernommen wird.

Unterm Strich gehen weiterhin mehr als zehn Prozent der Arbeitstage (10,14 Prozent) durch Krankheit verloren. Zudem zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Branche und Unternehmensgröße. Besonders bei Langzeiterkrankungen ist der Abstand groß: In Großbetrieben ist der Anteil der Langzeitkranken mehr als doppelt so hoch wie in kleinen Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten. (belga/calü)

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