Mehr als eine Million blieben zu Hause: Sorge um Wahlbeteiligung in Belgien

<p>Studie: Viele neue Wähler beteiligten sich 2024 nicht an den Wahlen.</p>
Studie: Viele neue Wähler beteiligten sich 2024 nicht an den Wahlen. | Foto: belga

Dabei herrscht in Belgien weiterhin Wahlpflicht bei regionalen, föderalen und europäischen Wahlen. Dennoch blieben am 9. Juni 2024 mehr als eine Million Wahlberechtigte den Urnen fern. Zusätzlich gaben rund 500.000 Menschen eine leere oder ungültige Stimme ab.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den neuen Wählern. In Flandern gaben 22 Prozent derjenigen, die erstmals wählen durften, keine gültige Parteistimme ab. Im Vergleich zu den Wahlen von 2019 ist das ein Anstieg um neun Prozentpunkte.

Noch deutlicher ist der Trend in Brüssel und der Wallonie: Dort beteiligten sich 39 Prozent der Erstwähler nicht aktiv am Wahlprozess, entweder durch Fernbleiben oder durch eine ungültige Stimme. Vor allem in der Hauptstadt-Region zeigte sich eine besonders hohe Wahlenthaltung unter jungen Menschen.

Die Studienautoren sehen darin ein Warnsignal für die Demokratie: Selbst bei bestehender Wahlpflicht nimmt die politische Distanz junger Menschen offenbar zu – eine Entwicklung, die langfristig Auswirkungen auf die politische Beteiligung und das Vertrauen in Institutionen haben könnte. (belga/calü)

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