Ausgelöst wurde die Debatte in der föderalen Abgeordnetenkammer durch Kritik der PTB. Demnach habe Infrabel für die Manager VIP-Tickets gekauft, die zwischen 300 und 600 Euro pro Person kosten. Die Karten seien innerhalb einer halben Stunde ausverkauft gewesen. Parlamentsabgeordnete Farah Jacquet, selbst ehemalige Zugbegleiterin, erklärte, dass diese Entscheidung bei vielen der rund 10.000 Beschäftigten des Unternehmens für Unmut gesorgt habe.
Minister Crucke distanzierte sich deutlich von der Aktion. „Wenn ich dafür eingeladen worden wäre, wäre ich ganz sicher nicht hingegangen“, erklärte er in der Kammer. Ein solches Event sei aus seiner Sicht „nicht die geeignetste Art, um die Ziele der internen Zusammenarbeit und des Teamgeists zu erreichen“. Der Minister will Infrabel daher auffordern, künftig bescheidener mit Teambuilding-Budgets umzugehen.
Infrabel selbst weist den Vorwurf eines Ausrutschers zurück. Das Unternehmen bestätigt zwar den Konzertbesuch, verweist jedoch darauf, dass ähnliche Ausflüge in der Vergangenheit bereits stattgefunden hätten – etwa zum Leichtathletik-Meeting Memorial Van Damme oder zu einer Show des Cirque du Soleil. „Das ist also keineswegs eine Premiere“, heißt es aus Unternehmenskreisen.
Auch die Wahl der Künstlerin sei bewusst getroffen worden. Lady Gaga stehe für Inklusion, Respekt vor Vielfalt, Innovation und Offenheit – Werte, mit denen sich auch Infrabel identifiziere. Gerade diese Botschaft habe man den Führungskräften vermitteln wollen.
Ob diese Argumentation den politischen Druck entschärft, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Diskussion über den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln dürfte damit neu entfacht sein. (calü)

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