Immobilienpreise ziehen an: Belgier können sich im Schnitt acht Quadratmeter weniger leisten

<p>Wende am Immobilienmarkt: Preise steigen wieder um vier Prozent.</p>
Wende am Immobilienmarkt: Preise steigen wieder um vier Prozent. | Foto: Photo News

Noch 2023 und 2024 hatte sich der Markt weitgehend beruhigt. Damals lag das jährliche Preiswachstum lediglich bei 1,2 beziehungsweise 1,1 Prozent. Der aktuelle Anstieg markiert deshalb laut Immoweb und Belfius „einen echten Wendepunkt“ für den Immobiliensektor. An die Rekordjahre nach der Corona-Pandemie kommt der Markt jedoch noch nicht ganz heran: 2020 lagen die Zuwächse bei 5,6 Prozent, 2021 bei 5,2 Prozent.

Der Aufwärtstrend zeigt sich in allen drei Regionen. In Flandern kletterten die Preise um 4,1 Prozent auf durchschnittlich 2.549 Euro pro Quadratmeter. In der Wallonie stiegen sie um vier Prozent auf 1.797 Euro pro Quadratmeter, während in Brüssel ein Plus von 3,1 Prozent auf nun 3.419 Euro pro Quadratmeter verzeichnet wurde.

Die Entwicklung unterstreicht zwar die Widerstandsfähigkeit des Marktes, belastet aber zunehmend die Budgets der Käufer. Durch gestiegene Zinsen und höhere Preise ist die durchschnittliche Kaufkraft seit dem Höchststand im Januar 2025 um rund acht Quadratmeter geschrumpft. Landesweit können sich Haushalte aktuell im Schnitt noch etwa 108 Quadratmeter Wohnfläche leisten. Zu Jahresbeginn sorgte die Lohnindexierung zwar für eine leichte Entlastung – der grundsätzliche Trend bleibt jedoch angespannt.

Auch der Blick nach vorne macht den Markt nicht günstiger. Für 2026 rechnen Immoweb und die Belfius Bank mit weiterhin vergleichsweise hohen Zinsen und erneut steigenden Preisen. Grund dafür ist vor allem der strukturelle Mangel an neuem Wohnraum. Die Experten erwarten für dieses Jahr ein weiteres Preisplus von bis zu 3,5 Prozent.

Für Kaufinteressenten heißt das: Der Traum vom Eigenheim wird nicht unmöglich – aber Jahr für Jahr ein Stück teurer. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment