Studieren in Brüssel: Zu wenig „Kots“, steigende Mieten

<p>Nur 30 Prozent versorgt: Wohnungssuche wird für Studierende in Brüssel zur Herausforderung.</p>
Nur 30 Prozent versorgt: Wohnungssuche wird für Studierende in Brüssel zur Herausforderung. | Foto: Photo News

In der Region Brüssel-Hauptstadt waren im akademischen Jahr 2022/2023 mehr als 137.000 Studierende eingeschrieben. Mindestens 37.000 von ihnen wohnten „op kot“, also in einer Studentenbude, oder in einer anderen studentischen Unterkunft. Damit liegt die Versorgungsquote bei gerade einmal 30 Prozent – deutlich weniger als in vielen anderen europäischen Großstädten.

Mehr als 25.000 Studierende suchen ihr Glück deshalb auf dem regulären Mietmarkt. Gleichzeitig sind die Preise stark gestiegen: Der Medianmietpreis für studentische Unterkünfte legte innerhalb von vier Jahren um 26 Prozent zu. Laut perspective.brussels wird die Situation zusätzlich dadurch verschärft, dass die Zahl der Studierenden in der Hauptstadt weiter wächst.

Angebot stark auf wenige Gemeinden konzentriert.

Da Studierende bevorzugt in Campusnähe wohnen, ist das Angebot an studentischem Wohnraum geografisch stark gebündelt. 82 Prozent der dafür vorgesehenen Unterkünfte befinden sich in nur vier Gemeinden: Ixelles (30 Prozent), die Stadt Brüssel (21 Prozent), Woluwe-Saint-Lambert (17,5 Prozent) und Anderlecht (14 Prozent).

Besonders heraus stechen zwei Viertel: das Universitätsviertel in Ixelles rund um die Campus der Freien Universitäten ULB (frankofon) und VUB (niederländischsprachig) sowie das Viertel Kappelleveld in Woluwe-Saint-Lambert nahe dem Campus der Uni Neu-Löwen (UCLouvain). Zusammen vereinen sie 42 Prozent des gesamten studentischen Wohnangebots in der Region auf sich.

Private Anbieter dominieren den Markt.

Auch bei den Trägern zeigt sich ein klares Bild. Öffentliche Betreiber verwalten lediglich 2,3 Prozent des Bestands. Rund 42,2 Prozent entfallen auf private Akteure mit öffentlichem Auftrag – vor allem Hochschulen, die Zimmer mit Gemeinschaftsflächen anbieten.

Den größten Anteil haben jedoch kommerziell ausgerichtete private Anbieter: Sie kontrollieren 52,8 Prozent des Marktes und vermieten überwiegend Einzelzimmer und Studios, die in der Regel deutlich teurer sind als klassische „Kots“. (belga/calü)

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