Leonard Nolens wurde am 11. April 1947 im limburgischen Bree geboren und studierte Übersetzen in Antwerpen, wo er sich nach seinem Studium niederließ. Er arbeitete als Übersetzer – vor allem aus dem Französischen, Deutschen und Italienischen – und war von 1969 bis 1973 Redakteur der experimentellen literarisch-kulturellen Zeitschrift „Labris“. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband „Orpheushanden“, den Durchbruch erlebte er jedoch 1975 mit „Twee vormen van zwijgen“.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich Nolens zu einem der angesehensten Autoren der Nachkriegszeit in Flandern und im gesamten niederländischsprachigen Raum.
Für sein Werk wurde Nolens mehrfach ausgezeichnet. 1997 erhielt er den Constantijn-Huygens-Preis für sein Gesamtwerk, 2008 folgte der VSB-Poesiepreis für seinen Band „Bres“ (2007).
Im Jahr 2012 nahm Nolens aus den Händen der damaligen niederländischen Königin Beatrix den renommierten Preis der Niederländischen Literatur entgegen. Die Jury bezeichnete ihn als „außergewöhnlichen Dichter“, der die Grenze zwischen Wirklichkeit und Literatur verschwinden lasse. Seiner Poetik liege der Glaube zugrunde, dass Schreiben und Wirklichkeit eine Einheit bilden.
Nolens wurde zudem mehrfach als möglicher Kandidat für den Literaturnobelpreis genannt. 2018 verlieh ihm die Universität Gent als erstem Dichter überhaupt die Ehrendoktorwürde. (belga/rt)

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