Feiertage als Risikofaktor: Grippeepidemie erreicht Belgien

<p>Die Grippeepidemie ist in Belgien offiziell gestartet.</p>
Die Grippeepidemie ist in Belgien offiziell gestartet. | Foto: picture alliance/dpa

Nachdem bereits Frankreich und das Vereinigte Königreich eine Grippeepidemie gemeldet hatten, ist nun auch Belgien betroffen. Laut Sciensano wurden die epidemiologischen Schwellenwerte nun bereits zum zweiten Mal in Folge überschritten. Für diese Einschätzung wertet das Institut Daten aus Krankenhäusern, Hausarztpraxen und medizinischen Laboren aus.

Allerdings sind die Zahlen noch unvollständig, da noch nicht alle Meldungen vorliegen. „Die tatsächliche Lage dürfte daher etwas höher liegen als die derzeitigen Werte“, heißt es. Dennoch spricht Sciensano in seinem wöchentlichen Bericht zu Atemwegsinfektionen bereits klar von einer Epidemie.

Vor allem kleine Kinder betroffen

Trotz steigender Fallzahlen bleibt die Situation in den Krankenhäusern bislang unter Kontrolle. „Derzeit werden vor allem Kinder mit Atemwegsinfektionen aufgenommen“, erläutert Lafort. Besonders betroffen sei die Altersgruppe der Null- bis Vierjährigen. Mit Beginn der Weihnachtsferien rechnet der Epidemiologe jedoch damit, dass die Zahl der Einweisungen nicht weiter stark ansteigen wird.

Feiertage erhöhen Ansteckungsrisiko

Mit Blick auf die anstehenden Feiertage warnt die Virologin Elke Wollants von der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko. „Menschen können sich ähnlich schützen wie während der Corona-Pandemie“, sagt sie. Dazu gehörten regelmäßiges Händewaschen, gute Belüftung und vor allem: bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben, um Familie, Freunde und besonders ältere Menschen zu schützen.

Zudem sei es noch keineswegs zu spät für eine Impfung. „Wir stehen erst am Anfang der Grippeepidemie – eine Impfung lohnt sich also weiterhin“, betont Wollants.

Neue Virusvariante dominiert in Europa

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die aktuelle Grippewelle in Europa überwiegend von der neuen Virusvariante A(H3N2), Subklade K, verursacht. Bereits vor einer Woche war diese Variante für rund 90 Prozent der bestätigten Grippefälle in Europa verantwortlich.

Ob auch in Belgien vor allem diese Variante zirkuliert, soll sich laut Wollants in den kommenden Wochen durch Abwasseranalysen zeigen. (belga/calü)

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