Konkret plant die Stadt Charleroi, ab dem kommenden Jahr eine Abgabe von drei Euro pro abfliegendem Passagier zu erheben. Zusätzlich hat die föderale Regierung beschlossen, die Ticketsteuer für kurze Europa-Flüge ab 2027 auf zehn Euro zu verdoppeln.
Beim Flughafen stößt das auf scharfe Kritik. Nach Berechnungen vom BSCA würde allein die kommunale Abgabe den Flughafen 16,8 Millionen Euro pro Jahr kosten – und damit mehr als der aktuell erwartete Gewinn vor Steuern von rund 13 Millionen Euro. Die Folge: Schon 2026 drohten Verluste.
Bereits Anfang des Monats hatte auch die Billigfluggesellschaft Ryanair ihren Unmut deutlich gemacht. Der Konzern droht damit, sein Angebot in Belgien im Winter 2026/27 massiv zu reduzieren. In Charleroi könnten fünf von derzeit 18 stationierten Flugzeugen abgezogen und 13 Flugverbindungen gestrichen werden.
„Das Tempo und der Umfang dieser Maßnahmen gefährden unser derzeitiges Wirtschaftsmodell“, warnt BSCA-CEO Christophe Segaert. Besonders problematisch sei die sehr spezifische kommunale Steuer, die die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens erheblich schwäche.
Auch Verwaltungsratspräsident Gilles Samyn spricht von einer „nicht tragbaren Belastung“ und fordert eine Überprüfung der geplanten Abgaben.
Sollte Ryanair tatsächlich fünf Flugzeuge aus Charleroi abziehen, hätte das laut Flughafenbetreiber massive Folgen für den Arbeitsmarkt: Rund 1.100 direkte und indirekte Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel. Zudem würde der belgischen Wirtschaft jährlich etwa 95 Millionen Euro an Einnahmen entgehen – vor allem im Tourismussektor. (belga/calü)

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