In dem Bericht richtet sich der IS ausdrücklich an muslimische Geflüchtete in Belgien und fordert sie auf, „Feste, Synagogen und Kirchen“ anzugreifen. Der Anschlag von Sydney werde, so Katz, als „Sprungbrett genutzt, um zu weiteren Taten zu ermutigen“. Die Terrorgruppe suggeriere dabei eine Beteiligung an der Tat in Australien, ohne diese offiziell für sich zu reklamieren.
Katz weist darauf hin, dass gezielt auf Belgien bezogene Aufrufe in den Medien des IS selten seien. „In den vergangenen Jahren beschränkten sich viele Newsletter darauf, immer wieder dieselben bekannten extremistischen religiösen Parolen zu wiederholen“, erklärt sie.
Das Koordinierungsorgan für die Bedrohungsanalyse (OCAM/KOBA) bestätigte gegenüber Belga, über die Informationen informiert zu sein. Die zuständigen Dienste beobachteten die Lage aufmerksam. Konkrete Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung in Belgien gebe es derzeit jedoch nicht.
„Nach einem Anschlag – insbesondere, wenn er als erfolgreich wahrgenommen wird – kommt es häufig vor, dass zu weiteren Taten an anderen Orten aufgerufen wird“, erklärt KOBA-Sprecher Steve Charlier. „Solche Aufrufe bleiben jedoch nur selten folgenreich.“ Gleichwohl bestätigt er, dass es außergewöhnlich sei, wenn Belgien ausdrücklich als Ziel genannt werde.
Das KOBA erinnert zudem daran, dass die allgemeine Bedrohungsstufe für Belgien weiterhin bei Stufe 3 („ernst“) auf einer Skala von 1 bis 4 liege. Das bedeutet, dass ein Anschlag als „möglich und plausibel“ eingestuft wird.
Bereits zu Beginn dieses Jahres hatten digitale Pamphlete zu Anschlägen in Belgien aufgerufen – ohne dass es in der Folge zu Taten kam. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren