Euroclear-Affäre: Mögliche Geheimdienstkontakte werfen Fragen zum Umgang mit russischen Geldern auf

<p>Ein Blick von außen auf den Hauptsitz von Euroclear in Brüssel</p>
Ein Blick von außen auf den Hauptsitz von Euroclear in Brüssel | Foto: belga

Zwischen 2015 und 2024 absolvierte der Mitarbeiter demnach 155 Flüge von und nach Russland. Ein Geheimdienstoffizier eines NATO-Mitgliedstaats bezeichnete dieses Reiseverhalten als „verdächtig“. Nach den Angaben der Medien soll der Mann zudem im Visier mehrerer Nachrichtendienste stehen.

Euroclear weist Verantwortung zurück

Euroclear bestätigte zwar die Reisen, betonte jedoch, der Franzose sei ausschließlich aus privaten Gründen nach Russland geflogen. Er habe keine Führungsposition im Unternehmen und keinen Zugang zu den in Belgien eingefrorenen russischen Vermögenswerten, die derzeit politisch heikel sind.

Ein interner Informant wird mit den Worten zitiert: „Er wird bewusst überall außen vor gelassen. Wir haben uns immer gefragt, ob er ein Doppelagent ist.“

Treffen mit Euroclear-CEO über russische Vermögenswerte?

Besonders brisant: Der Mann soll im Sommer 2024 die Euroclear-Chefin Valérie Urbain zu einem Treffen nach Genf eingeladen haben – gemeinsam mit zwei Freunden, die den Recherchen zufolge russische Geheimdienstoffiziere sein sollen. Thema sollte offenbar die Zukunft der eingefrorenen russischen Vermögenswerte sein, über die Euroclear seit dem Ukraine-Krieg immer wieder ins Zentrum internationaler Debatten gerät.

Urbain habe die Einladung abgelehnt. Auch ein weiteres Mitglied der Euroclear-Geschäftsführung soll ein Treffen ausgeschlagen haben.

Euroclear verwaltet in Belgien rund 200 Milliarden Euro an blockierten russischen Geldern – ein Thema, das sowohl in der EU-Sanktionspolitik als auch bei der Finanzierung der Ukraine eine zentrale Rolle spielt. Vor diesem Hintergrund werfen die Recherchen neue Fragen zur Sicherheit sensibler Informationen in Europas Finanzsystem auf. (belga/calü)

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