Die Verbreitung der Krankheit erfolgt hauptsächlich durch angesteckte Wildvögel, die häufig daran verenden. In einer Pressemitteilung weist das MDG jetzt darauf hin, dass die Vogelgrippe eine ernstzunehmende Tierseuche sei, die nicht nur Geflügelbestände gefährde. Weiter schreibt das Ministerium, dass die Seuche in Belgien auch schon bei Säugetieren nachgewiesen wurde, wie beispielsweise Füchsen und Katzen. Eine Übertragung auf den Menschen sei in anderen Ländern bereits erfolgt, in Europa bisher aber noch nicht nachgewiesen worden.
In der Pressemitteilung heißt es: „Eine Übertragung auf den Menschen ist nicht ausgeschlossen. Das Virus kann über direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen übertragen werden. Durch unsachgemäßen Umgang besteht das Risiko, dass sich Menschen infizieren oder das Virus weiterverbreitet wird – etwa über Kleidung, Schuhe oder Haustiere. Jeder kann dazu beitragen, die Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern.“
Übertragung auf den Menschen nicht ausgeschlossen.
Besonders riskant ist, laut Ministerium, das Berühren von kranken oder verendeten Wildvögeln. Auch andere Wildtiere wie Füchse, Dachse oder streunende Katzen könnten das Virus in sich tragen, wenn sie Kontakt zu infizierten Vögeln hatten.
Um mögliche Gesundheitsrisiken zu vermeiden, erinnert das MDG an einige wichtige Verhaltensregeln für die Bevölkerung. Hunde sind unbedingt an der Leine zu führen, und kranke oder tote Wildtiere – ebenso wie von Haustieren mitgebrachte tote Wildvögel – dürfen keinesfalls mit bloßen Händen berührt werden. Muss ein solches Tier dennoch bewegt werden, etwa zur Meldung an die zuständigen Stellen, sind stets Schutzhandschuhe und idealerweise auch eine Mund-Nasen-Schutzmaske zu tragen. Im Anschluss gilt es, die Hände – auch nach dem Tragen von Handschuhen – gründlich zu waschen oder zu desinfizieren.
Beim Fund kranker oder toter Wildtiere gilt es, die richtigen Stellen zu informieren: Für verletzte Wildvögel bietet die Provinz Lüttich auf ihrer Webseite unter „Localisation et liste des Creaves – La biodiversité en Wallonie“ eine Übersicht der zuständigen Auffangstationen. Werden tote Wildvögel entdeckt, deren Tod nicht eindeutig auf einen Unfall zurückzuführen ist, können deutschsprachige Bürger das „Espace Wallonie“ unter 1719 kontaktieren, französischsprachige unter 1718 – gleiches gilt auch für Tiere von Privatpersonen, etwa Hühner, die aus einem nicht ersichtlichen Grund verstorben sind oder Auffälligkeiten aufweisen. Beim Auffinden anderer kranker oder nicht unfallbedingt verendeter Wildtiere – etwa Reh- oder Rotwild sowie Wildschweine – ist die jeweils zuständige Forstverwaltung für den betroffenen Bereich zu benachrichtigen.
Für private Tierhalter, beispielsweise von Hühnern, gelten im Grunde die gleichen Tipps – allerdings gibt es noch ein paar weitere Dinge, auf die man achten sollte, wie Anna Schmelz, Referentin Infektionsschutz im Fachbereich Gesundheit und Senioren des MDG, auf GrenzEcho-Nachfrage erklärt.
Darauf sollten private Hühnerhalter achten.
„Grundsätzlich sollen die Hühner innen oder zumindest unter Netzen gefüttert werden“, erklärt Anna Schmelz. Am besten sollten sie auch innen gehalten werden, man sei sich aber bewusst, dass das nicht immer möglich sei. Es sollte ein Netz über dem Gehege angebracht werden, um den Kontakt mit Wildvögeln zu vermeiden.
Auch was das Trinkwasser der Tiere angeht, gibt es ein paar Dinge zu beachten: „Es sollte kein unbehandeltes Oberflächen- oder Regenwasser verwendet werden.“ Das Wasser aus Teichen, in denen Wildvögel gerne kurz rasten, Bächen oder Regentonnen sollte aktuell nicht verwendet werden, da bereits der Kot von infizierten Wildvögeln im Wasser infektiös sein kann. „Das sind ganz kurze Wege“, präzisiert Anna Schmelz.
„Man soll versuchen, dass der Kontakt mit Wildvögeln unterbleibt, soweit es möglich ist“, fasst die Referentin zusammen. „Da kann man mit kleinen Maßnahmen schon viel ausrichten..“
Zudem sei es wichtig, auf die Gesundheit der Tiere zu achten. Die Symptome können „recht offensichtlich“ sein. Etwa könnten die Tiere im Kreis laufen, taumeln oder die Beine hinterherziehen. Zudem können blaue Flecken am Kamm oder Kehllappen ein Indiz für eine Infektion sein. Auch Atembeschwerden und entzündete Augen können auftreten. Ungewöhnliches Verhalten sollte demnach im Auge behalten werden.

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