Schon Anfang November hatte DAZN die nächste Tranche des jährlich insgesamt 84 Millionen Euro schweren Rechtepakets erst im allerletzten Moment gezahlt. Nun drehte das Unternehmen den Geldhahn komplett zu, wie die Pro League am Montagabend bestätigte. Für die allermeisten Vereine der 1. Division und der Challenger Pro League dürfte das empfindliche Folgen haben, viele Klubs decken u. a. einen Teil ihrer Lohnmasse über die Einnahmen aus TV-Geldern ab.
„Das ist für unsere Klubs eine potenzielle Katastrophe“, mahnte Pro-League-CEO Lorin Parys bei einem Auftritt am Montagabend in der RTBF-Sendung „La Tribune“. Gerade für die mittleren oder kleinen Klubs bestehe ohne Erhalt der TV-Gelder die Gefahr, dass manche von ihnen schon in der laufenden Saison zahlungsunfähig sein könnten.
Wie die Pro League, der Zusammenschluss aller belgischen Profivereine, erklärte, habe man DAZN am Montag formell in Verzug gesetzt bzw. abgemahnt. Dabei wurde DAZN erneut aufgefordert, seinen Vertrag zu respektieren.
Den ursprünglich bis 2030 laufenden und erst 2024 ausgehandelten TV-Vertrag hatte DAZN vor gut einer Woche gekündigt – unter anderem als Reaktion auf mehrfach gescheiterte Verhandlungen mit Telekomanbietern wie Telenet oder Proximus. Ohne eine Einigung bzw. ohne Weiterverkauf der Bilder fehlt DAZN die Grundlage dafür, zumindest einen Teil der jährlichen 84 Millionen Euro einzuspielen, die das Unternehmen jedes Jahr für die Rechte am belgischen Fußball zahlt.
Wie geht es nun weiter? Werden die Spiele weiterhin übertragen?
Gleichwohl übertrug DAZN am vergangenen Wochenende alle Spiele der 1. Division und der Challenger Pro League. Am Freitag sah es zudem so aus, als würde sich daran zumindest bis zum Saisonende nichts ändern und der „TV-Blackout“ ausbleiben.
Ob Übertragungen nun auch ohne Zahlungen an die Pro League möglich sind? „Das wäre seltsam“, so Lorin Parys. „Wir haben einen Vertrag – und wir wollen, dass er erfüllt wird.“
Sicher sei, dass man die Fans des belgischen Fußballs „auf keinen Fall“ im Stich lassen werde. Ein Eilverfahren gegen DAZN hatte die Pro League deswegen bereits vor wenigen Tagen eingeleitet.

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