Sparpläne gefährden tausende Betreuungsplätze in der Französischen Gemeinschaft
Sparmaßnahmen
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Dutzende Kinderbetreuungseinrichtungen in der Französischen Gemeinschaft (FG) stehen vor der Schließung. Grund dafür sind Sparmaßnahmen, die die Regierung der FG beschlossen hat. Davor warnte am Sonntag die Koordinationsplattform Cosege (Coordination des services d’accueil d’enfants de la Fédération Wallonie-Bruxelles). Demnach könnten ab Januar tausende Betreuungsplätze wegfallen, was zahlreiche Familien ohne Lösung und mehrere Hundert Beschäftigte ohne Arbeit zurücklassen würde.
Wegen umfassender Sparmaßnahmen drohen in der FG zahlreiche Kinderbetreuungseinrichtungen zu schließen.
| Illustrationsbild: belga
Die Regierung hat im Rahmen ihres Haushaltskonklaves Einsparungen von 74 Millionen Euro im Bereich der frühkindlichen Betreuung angekündigt. Acht Millionen davon sollen durch die Nicht-Indexierung der Zuschüsse des Office de la Naissance et de l’Enfance (ONE) eingespart werden – Zuschüsse, die wesentlich zur Finanzierung des Personals beitragen. Viele Einrichtungen seien laut Cosege nicht in der Lage, diese fehlenden Mittel zu kompensieren, und seien daher gezwungen, zu schließen.
Die Organisation spricht von einer „absehbaren Katastrophe“, zumal der Mangel an Betreuungsplätzen bereits jetzt erheblich sei. Ihren Angaben zufolge könnten die Kürzungen allein in der Provinz Lüttich zur Schließung von Angeboten mit 1.648 Plätzen bei rund 400 Tagesmüttern führen. In der Region Mons seien mindestens 300 Plätze bedroht. Für den Hennegau verweist Cosege auf 28 Einrichtungen mit insgesamt 3.316 Plätzen, die rund 3.600 Familien dienen. Insgesamt seien 25 Prozent aller verfügbaren Plätze in der FG potenziell gefährdet.
Cosege gehört zu den Organisationen und Sozialpartnern, die sich am Dienstag im Parlament der Französischen Gemeinschaft für eine Refinanzierung des Sektors einsetzen wollen – im Gegensatz zur aktuellen Sparpolitik.
Der Sektor der frühkindlichen Betreuung betont, er habe in den vergangenen Jahren mehrfach Alarm geschlagen – wegen der verschlechterten Arbeitsbedingungen, der Personalengpässe und eines strukturellen Unterfinanzierungsproblems. (belga/rt)
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