König Philippe erinnert an den Waffenstillstand – Belgien gedenkt der Opfer des Ersten Weltkriegs

<p>König Philippe am Grab des Unbekannten Soldaten</p>
König Philippe am Grab des Unbekannten Soldaten | Foto: belga

Der König legte einen Kranz am Denkmal nieder, das seit 1922 den gefallenen belgischen Soldaten gewidmet ist. Begleitet wurde er von Soldaten zu Pferd sowie Vertretern der Föderalregierung, darunter Premier Bart De Wever (N-VA), Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) und Innenminister Bernard Quintin (MR).

Auch Vertreter der Justiz, der Hauptstadtregion und der Stadt Brüssel nahmen daran teil. De Wever trug als einer der wenigen Teilnehmer eine rote Mohnblume – das Symbol des Gedenkens an die Opfer des „Großen Kriegs“. Im Anschluss an die Kranzniederlegung defilierten verschiedene Einheiten der belgischen Armee, darunter die Königliche Musikkapelle der Marine, medizinische Verbände sowie eine Delegation von Kadetten der Duke of York’s Royal Military School aus Großbritannien. Die Zeremonie ehrte neben den Gefallenen des Ersten auch die Opfer des Zweiten Weltkriegs, dessen Ende sich 2025 zum 80. Mal jährt.

<p>Ein unbekannter belgischer Soldat, dessen Überreste an der Yser gefunden wurden, erhielt am Vorabend des Gedenktages in De Panne ein militärisches Begräbnis mit Ehren.</p>
Ein unbekannter belgischer Soldat, dessen Überreste an der Yser gefunden wurden, erhielt am Vorabend des Gedenktages in De Panne ein militärisches Begräbnis mit Ehren. | Foto: belga

Am Vorabend des Gedenktages erhielt ein im Vorjahr entdeckter belgischer Soldat ein seltenes militärisches Begräbnis: Seine Überreste waren bei Arbeiten an der Yser in Diksmuide gefunden worden. Nach einer stillen Gedenkfeier und einem Fackelzug wurde der Gefallene mit militärischen Ehren auf dem Soldatenfriedhof in De Panne beigesetzt – im Beisein von Vertretern des Königshauses, der Armee und rund 200 Bürgerinnen und Bürgern. Belgien spielte im Ersten Weltkrieg (1914–1918) eine zentrale Rolle. Der deutsche Überfall vom 4. August 1914 machte das Land zum Symbol des Widerstands. Besonders die Region um Ypern wurde zum Inbegriff des Stellungskrieges – ganze Städte wie Löwen, Dinant und Ypern wurden zerstört. Die „Flanders Fields“ rund um Diksmuide, Passendale, Zonnebeke und Langemark erinnern bis heute an die Schrecken des Krieges. In Ypern ertönt seit 1928 jeden Abend um 20 Uhr unter dem Menentor die „Last Post“ – ein Ritual, das den Gefallenen gewidmet ist. Das Tor, das im Juli 2025 nach Restaurierung wiedereröffnet wurde, bleibt einer der bedeutendsten Orte des Gedenkens. (belga/sc) 

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