Genter Ex-Liberaler Geert Versnick im Alter von 68 Jahren gestorben

<p>Geert Versnick prägte über Jahrzehnte die Politik in Gent und Ostflandern.</p>
Geert Versnick prägte über Jahrzehnte die Politik in Gent und Ostflandern. | Archivbild: belga

Versnick gehörte über viele Jahre zu den prägenden Figuren der Politik in Gent und der Provinz Ostflandern. Er war ab 1988 Beigeordneter und Vorsitzender des Öffentlichen Sozialhilfezentrums in Gent, später Abgeordneter im föderalen Parlament und ab 2013 Provinzialabgeordneter von Ostflandern.

Seine politische Laufbahn begann er in den 1980er-Jahren als Mitarbeiter von Willy De Clercq, damals liberaler Spitzenpolitiker und Vizepremierminister. Anschließend arbeitete er für den späteren Regierungschef Guy Verhofstadt und war von 1993 bis 1999 Generalsekretär des Open VLD. 1999 kandidierte er für den Parteivorsitz, unterlag jedoch Karel De Gucht.

Von 1994 bis 2010 war Versnick Mitglied der Abgeordnetenkammer. In den Jahren 2000 und 2001 leitete er die parlamentarische Untersuchungskommission zum Mord am ehemaligen kongolesischen Premierminister Patrice Lumumba.

Neben politischem Einfluss war Versnick auch immer wieder Gegenstand von Kritik. Er zählte zur erfolgreichen „Generation 1988“ der Genter Liberalen, geriet jedoch mehrfach in Kontroversen, unter anderem im Zusammenhang mit der Optima-Affäre. Zudem galt er als einer der bekanntesten Mehrfachmandatsträger des Landes: 2015 verfügte er über rund zwanzig Mandate, davon fünfzehn bezahlt. Vorwürfe möglicher Interessenkonflikte wurden zwar wiederholt geäußert, aber nicht nachgewiesen.

Für Diskussionen sorgten auch seine engen Kontakte zur Baubranche in Zeiten, in denen er für die Raumordnung zuständig war. 2017 wurde zudem bekannt, dass Versnick der Provinz Ostflandern ungerechtfertigt Hotel- und Flugkosten aus Thailand in Rechnung gestellt hatte. (belga/rt)

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