Vivant will Konferenztage in unterrichtsfreie Zeit verlegen – Minister Franssen hält das „nicht für sinnvoll“

<p>Mit einem neuen Dekretvorschlag will Vivant erreichen, dass Konferenztage nicht länger während der Schulzeit stattfinden.</p>
Mit einem neuen Dekretvorschlag will Vivant erreichen, dass Konferenztage nicht länger während der Schulzeit stattfinden. | Illustrationsfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Ziel sei laut Vivant, die Planbarkeit für Familien zu verbessern und Unterrichtsausfälle während der Schulzeit zu vermeiden. Nach Angaben der Fraktion gehe es dabei ausdrücklich nicht um eine Änderung der Ferien- oder Urlaubsregelungen für das Schulpersonal, sondern ausschließlich um die Terminierung dieser Konferenztage.

„Eltern brauchen Verlässlichkeit. Konferenztage in der Unterrichtszeit sind für viele Familien schwer zu stemmen – und jede zusätzliche Lücke reißt Lernfortschritte auf“, wird der inzwischen zurückgetretene Vivant-Abgeordnete Alain Mertes in einer Pressemitteilung der Partei zitiert.

Unter „unterrichtsfreier Zeit“ versteht Vivant Zeiträume, in denen kein Unterricht stattfindet, das Personal aber für schulische Aufgaben wie Prüfungen, Konferenzen, Fortbildungen oder Vorbereitungsarbeiten zur Verfügung steht. Typische Beispiele seien die Allerheiligen- und Karnevalsferien sowie die letzten fünf Arbeitstage im August. Urlaubstage des Personals sollen dagegen unangetastet bleiben, wie die Fraktion betont. Künftig sollen nach dem Willen der Oppositionspartei im PDG pädagogische Konferenzen vorrangig in diesen unterrichtsfreien Zeiträumen stattfinden. Ausnahmen sollen dann nur noch auf begründeten Antrag möglich sein. In diesem Fall müssten die Schulen jedoch eine angemessene Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler sicherstellen. Die Zahl der Konferenztage selbst solle unverändert bleiben.

Nach Vivants Ansicht soll der Vorschlag dazu beitragen, die Kontinuität des Unterrichts zu stärken und zusätzliche Ausfallzeiten zu vermeiden. Gerade angesichts des bestehenden Lehrermangels und krankheitsbedingter Engpässe sei dies ein wichtiges Signal an Familien. „Wir verlagern planbare Termine in die unterrichtsfreie Zeit. So bleibt die Schulentwicklung stark – und die Unterrichtszeit geschützt“, wird Elena Peters aus der Vivant-Fraktion zitiert.

Laut der Mitteilung der Fraktion umfasst ein Schuljahr zwischen 178 und 184 Schultage, zu denen Schulen zusätzlich maximal zwei unterrichtsfreie Tage festlegen könnten. Die bestehenden gesetzlichen Regelungen – etwa im Grundlagendekret zur Organisation der Schulzeit sowie im Personalstatut – sollen durch den Vorschlag nicht verändert werden. Das Inkrafttreten der neuen Regelung wäre nach dem Wunsch Vivants für den 1. September 2026 vorgesehen, „damit Schulen ihre Kalender rechtzeitig anpassen können“.

In ihrer Mitteilung fasst die Fraktion die Zielsetzung zusammen: weniger Unterrichtsausfälle, mehr Planbarkeit und eine bessere Vereinbarkeit von Schule und Familie. „Das ist fair für Eltern – und gut für die Kinder“, heißt es abschließend.

„Pädagogische Konferenztage sind wichtig für die Weiterentwicklung der Schulen und dienen der kollektiven Weiterbildung. Den Schulen stehen bis zu vier pädagogische Konferenztage im Schuljahr zur Verfügung, wobei der vierte Konferenztag genehmigungspflichtig ist und zu Themen stattfindet, die die Regierung festlegt“, erklärt Unterrichtsminister Jérôme Franssen auf GrenzEcho-Nachfrage. „Die Schulen können auch bereits heute die pädagogischen Konferenztage in die unterrichtsfreie Zeit legen“, fügt er hinzu.

Jérôme Franssen hält Vorschlag „nicht für sinnvoll“.

Der definitive Dekretvorschlag werde zurzeit im Parlament geprüft und liege der Regierung noch nicht vor. „Ungeachtet dessen befürworte ich es nicht, den Schulen vorzuschreiben, wann sie ihre pädagogischen Konferenztage legen, und halte dies vor allem auch aus organisatorischen Gründen nicht für sinnvoll. Bei pädagogischen Konferenztagen ist darüber hinaus immer auch die Kinderbetreuung gewährleistet“, so der Minister abschließend. (nc)

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