Lüttich schafft Sperrmüllsammlung ab – Sorge um mehr wilde Müllablagerungen

<p>An den Sammeltagen stapelten sich bisher Sofas, Matratzen und Elektrogeräte am Straßenrand – ab 2026 soll in Lüttich damit Schluss sein.</p>
An den Sammeltagen stapelten sich bisher Sofas, Matratzen und Elektrogeräte am Straßenrand – ab 2026 soll in Lüttich damit Schluss sein. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Der zuständige Umweltschöffe, Gilles Foret (MR), verteidigte die Reform. Diese sei das Ergebnis einer „umfassenden Abstimmung mit den städtischen Diensten“. Das bisherige System sei schlicht veraltet, so Foret:

„An den Sammeltagen verwandeln sich die Straßen in offene Müllhalden. Viele stellen ihren Abfall Wochen im Voraus hinaus, oft mit nicht zugelassenen Materialien wie Bauschutt oder Grünschnitt. Die Sammlung selbst fördert Unordnung und Fehlverhalten“, erklärte er.

Hinzu kommt der finanzielle Aspekt: Die vierteljährliche Abholung koste die Stadt rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Zudem war Lüttich zuletzt die einzige wallonische Gemeinde, die dieses System noch beibehielt – die gesammelten Abfälle werden bislang direkt verbrannt.

Künftig sollen Bürgerinnen und Bürger jährlich vier kostenlose Abholungen durch die Ressourcerie beantragen können, zusätzlich zu den bestehenden Angeboten der Recyparcs.

„So verhindern wir, dass rund 3.500 Tonnen Gegenstände im Ofen landen. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern spart auch zwischen 400.000 und 500.000 Euro jährlich“, betonte Foret.

Kritik kam insbesondere von den Grünen. Caroline Saal (Vert Ardent) zweifelte daran, dass Ressourcerie und Recyparcs die zusätzlichen Mengen bewältigen können:

„Diese Abfälle verschwinden ja nicht einfach, nur weil sie nicht mehr abgeholt werden. Man muss die Wege zur Wiederverwertung erleichtern und die Entsorgungskette insgesamt neu denken“, forderte sie.

Der Stadtrat einigte sich darauf, die Auswirkungen der Reform zeitnah zu evaluieren, sobald das neue System in Kraft tritt. (belga/rt)

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