Insgesamt wurden mehr als 60 Verträge von belgischen Unternehmen in den USA unterzeichnet. Umgekehrt wurde eine Rekordsumme an Investitionen für Belgien angekündigt – darunter Amazon mit 1 Milliarde Euro und Google sogar mit 5 Milliarden. Der Internetriese Google ist damit zum größten ausländischen Investor in unserem Land geworden.
Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA), auch zuständig für Außenhandel, zeigte sich erfreut darüber, dass nach Monaten schwieriger transatlantischer Beziehungen die Kontakte wieder enger geworden seien. Er sei zudem beeindruckt gewesen – „mindblowing“ nannte er es – von dem, was die US-Unternehmen im Bereich Technologie zu bieten hätten.
An der Mission nahm erstmals auch der Armeechef Frederik Vansina teil, ebenso General Michel Van Strythem. Die USA seien schließlich der wichtigste Markt für neue Militärtechnologie, so die Begründung. Minister Francken kündigte an, dass die Verteidigungsindustrie künftig ein fester Bestandteil von Handelsmissionen werden solle. Je nach Ziel würden dann auch Militärs mitreisen. Die nächste Mission führt im Mai kommenden Jahres in die Türkei, „einen wichtigen NATO-Partner“, meinte der Verteidigungsminister.
Föderalministerin Eléonore Simonet (MR), zuständig für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), hob hervor, dass auffallend viele belgische KMU und Start-ups an der Mission teilgenommen hätten. Die Amerikaner seien von Größe und Zusammensetzung der belgischen Delegation beeindruckt gewesen, hieß es. Umgekehrt verwies sie auf die Investition von Amazon, die auch für kleine belgische Unternehmer gute Nachrichten sei. Diese könnten künftig noch leichter von der international agierenden Plattform profitieren.
Der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA) sah in Kalifornien viel Glanz und Glamour, aber hinter den Kulissen auch zahlreiche Herausforderungen. „Wir machen es noch gar nicht so schlecht und haben einiges zu bieten – in Bezug auf Haltung, Bildung, Forschungsinstitute und Unternehmertum“, sagte er mit Verweis unter anderem auf IMEC. Andererseits räumte der flämische Regierungschef ein, dass man auch von den USA lernen könne – etwa im Umgang mit Misserfolgen, im Mut, Neues zu wagen und international zu expandieren.
Im Vorfeld hatte die Wirtschaftsmission nach Kalifornien allerdings nicht zu den einfachsten gezählt, angesichts der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Im Sommer setzte Washington Importzölle von 15 Prozent auf Produkte aus der Europäischen Union durch. Zudem kündigte Trump ein strengeres Visumregime an. In diplomatischen Kreisen zeigt man sich zufrieden, dass es nun endlich Klarheit über die Zölle gibt – über die Visapolitik herrscht jedoch weiterhin große Unklarheit. Problematisch sei, dass dies belgische Unternehmen abschrecke, die in den USA investieren wollen, hieß es. (belga/sc)

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