TAO entscheidet über künftige Spitze – Präsident zieht Bilanz

<p>Seit zwölf Jahren steht Thorsten Maraite an der Spitze des Verwaltungsrats der Tourismusagentur Ostbelgien. Nun bereitet er den Weg für einen Wechsel.</p>
Seit zwölf Jahren steht Thorsten Maraite an der Spitze des Verwaltungsrats der Tourismusagentur Ostbelgien. Nun bereitet er den Weg für einen Wechsel. | Foto: privat

Aus ursprünglich 16 Bewerbungen sind nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren drei Kandidaten übrig geblieben. Die Entscheidung werde „in Kürze“ fallen, so Thorsten Maraite. Für den Tourismus ist die Personalie von großer Bedeutung: Die TAO ist seit vielen Jahren das Schlüsselinstrument, um Ostbelgien als Destination nach außen zu vermarkten und die Tourismusentwicklung zu steuern.

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Die Neubesetzung ist Teil eines größeren Umbruchs. Mitte November wird Sandra De Taeye, seit 15 Jahren Direktorin der TAO, ihr Amt niederlegen. Auch Thorsten Maraite selbst wird gehen. Seit zwölf Jahren steht der Inhaber des Hotels „Bütgenbacher Hof“ an der Spitze des Verwaltungsrates. Eigentlich habe er gemeinsam mit Sandra De Taeye aussteigen wollen, erklärt er gegenüber dem GrenzEcho. „Doch als Sandra ihren Rückzug ankündigte, habe ich entschieden, länger zu bleiben. Ich wollte das Schiff in dieser Phase nicht verlassen.“ Er betont, dass es ihm wichtig sei, für Stabilität zu sorgen, bis eine neue Leitung eingearbeitet ist. „Allerspätestens“ bei der nächsten Generalversammlung im Juni 2026 werde auch er sein Amt niederlegen. Persönliche Gründe hätten dabei ebenso eine Rolle gespielt wie die Tatsache, dass nach zwölf Jahren ein natürlicher Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen sei. Auch sein Nachfolger soll aus der privaten Tourismusbranche kommen, macht er deutlich.

Thorsten Maraite zieht insgesamt eine positive Bilanz seiner Amtszeit. Die Tourismusagentur habe es geschafft, Ostbelgien auf der touristischen Landkarte in Europa sichtbar zu machen. „Wir haben bewiesen, dass man mit professionellem Marketing und starken Projekten auch als kleine Region weit über die Grenzen hinaus wahrgenommen werden kann“, sagt der 46-Jährige. Er verweist auf die steigenden Übernachtungszahlen und die wachsende Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor. Nun gelte es, das erreichte Niveau zu sichern und die Marke Ostbelgien weiterzuentwickeln. In der Öffentlichkeit war zuletzt spekuliert worden, dass Thorsten Maraite und Sandra De Taeye mit der neuen Tourismusstrategie „One Vision 2040“ nicht einverstanden seien und deshalb ihren Rückzug erklärt hätten. Dem widerspricht Maraite: „Die Strategie ist ein gutes Dach. Damit lässt sich arbeiten.“

Vielmehr sei die Gleichzeitigkeit verschiedener Entwicklungen im letzten Jahr problematisch gewesen: personelle Abgänge im Team, ein neu zusammengesetzter Verwaltungsrat, die Regierungsbildung auf DG-Ebene nach den Wahlen im Juni, die neuen Gemeinderäte nach den Kommunalwahlen im Oktober sowie die geplante strukturelle Neuaufstellung der TAO. „Das war einfach sehr viel auf einmal“, sagt er. Auch mit der Kritik, die Tourismusagentur sei zu wenig nach innen präsent, setzt er sich auseinander. „Wir haben monatliche Newsletter, eine Generalversammlung, die für alle offen ist, und verschiedene Fachbeiräte. Aber natürlich kann man Kommunikation immer noch verbessern.“

Die Reformpläne für die Tourist-Informationsbüros in der DG sieht Thorsten Maraite kritisch. Zwar ist die konkrete Neuordnung noch nicht beschlossen, doch Tourismusminister Gregor Freches (PFF) hatte angekündigt, dass künftig nur noch vier Häuser bestehen sollen – unter Leitung der TAO, die dann die gesamte Region vermarktet. Ein gemeinsames Erscheinungsbild sei sinnvoll, betont Maraite. Doch vor allem bei den Mitarbeitern auf Gemeindeebene müsse geklärt werden, wie ihre Rolle und Einbindung künftig aussehen soll.

Dass die Entscheidung über die Nachfolge auf Direktionsebene nun bald fällt, wertet er als wichtiges Signal. „Die Kandidaten, die jetzt noch im Rennen sind, bringen spannende Profile mit. Entscheidend wird sein, dass die neue Spitze sowohl fachlich überzeugt als auch die verschiedenen Interessen aus Gemeinden, Politik und Sektor zusammenführen kann.“ Unabhängig von den personellen Veränderungen sieht er die TAO auf einem soliden Fundament. Die Strukturen seien belastbar, das Team motiviert. „Ich bin überzeugt, dass die Tourismusagentur Ostbelgien auch in Zukunft erfolgreich arbeiten wird – und dass die Region weiter von einer starken Position im europäischen Tourismusnetzwerk profitieren kann.“

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