Unia registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 311 Meldungen, in 151 Fällen wurde eine Akte eröffnet. Besonders häufig ging es um Übergriffe im öffentlichen Raum, Belästigung am Arbeitsplatz und Hassrede online. Vier von zehn abgeschlossenen Fällen betrafen strafbare Handlungen wie Körperverletzung oder Belästigung. Vor allem schwule und bisexuelle Männer waren betroffen.
Zudem wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Das Institut meldete 94 Fälle von Diskriminierung gegen trans, nichtbinäre oder intergeschlechtliche Personen sowie 454 transfeindliche Hasshandlungen oder Hassäußerungen. Laut einer Studie haben mehr als acht von zehn trans oder nichtbinären Personen in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung erlebt – insbesondere online, im Gesundheitswesen und bei der Jobsuche. 2025 und Anfang des laufenden Jahres wurden zehn Fälle homophober Gewalt vor Gericht verhandelt, bei denen Unia als Zivilpartei auftrat. In neun Fällen wurde das diskriminierende Motiv als erschwerender Umstand anerkannt. Unia und das Institut fordern deshalb stärkere Prävention, besseren Opferschutz, Schulungen für Polizei und Unterstützungsdienste sowie ein konsequenteres Vorgehen gegen Online-Hassrede. Zudem brauche es mehr Sensibilisierung im Bildungsbereich. „Wir würden uns irren, wenn wir glaubten, der Kampf gegen Homophobie und Biphobie sei gewonnen“, erklärte Unia-Direktor Patrick Charlier. Diskriminierungen und Gewalt entwickelten sich mit neuen reaktionären Diskursen weiter. Michel Pasteel, Direktor des Instituts für die Gleichstellung von Frauen und Männern, sprach von einer „besorgniserregenden und weitgehend untererfassten Realität“. (sc)

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