Die Proteste, die vergangene Woche nach einem Aufruf in sozialen Netzwerken begonnen hatten, werden vor allem von jungen Menschen getragen. Beobachter sprechen von einer „Gen-Z-Bewegung“, ähnlich wie zuletzt in Nepal und Kenia.
Am Montag versammelten sich Demonstrierende zunächst auf dem Universitätsgelände von Antananarivo, sangen die Nationalhymne und wollten anschließend durch die Stadt marschieren. In anderen Vierteln errichteten sie Barrikaden, die jedoch von der Polizei wieder geräumt wurden. Sicherheitskräfte setzten in den vergangenen Tagen auch Tränengas ein. Seit Donnerstag gilt eine nächtliche Ausgangssperre, nachdem die Proteste teilweise in Ausschreitungen übergegangen waren.
Um die Lage zu beruhigen, entließ Präsident Rajoelina am Freitag seinen Energieminister. Am Sonntag suchte er den direkten Kontakt zur Bevölkerung in einem Armenviertel der Hauptstadt. Dort versprach er, „alles zu korrigieren, um noch näher beim Volk zu stehen“. Doch bislang scheint das die Protestbewegung nicht zu stoppen.
Das belgische Außenministerium hat inzwischen seine Reisewarnung angepasst: Von nicht notwendigen Reisen nach Madagaskar wird dringend abgeraten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es erneut zu Protesten, Plünderungen und Störungen des Flugverkehrs komme. Das Ministerium rät Reisenden dringend, Demonstrationen zu meiden, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten und die lokalen Medien zu verfolgen. (belga/calü)

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