Im Koalitionsabkommen der amtierenden Föderalregierung um Premier Bart De Wever (N-VA) ist eine Einsparung von 80 Millionen Euro durch eine lineare Preissenkung für Medikamente vorgesehen – mit dem Ziel, die steigenden Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen. Für die Verbände ist das jedoch der falsche Weg.
„Medikamente sind nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Mit jedem Jahr wächst die Bevölkerung – und damit auch der Bedarf an medizinischer Versorgung. Diese Bedürfnisse verschwinden nicht, indem man Arzneimittel streicht“, heißt es im Brief.
Ven und Coenen beklagen, dass Medikamente immer wieder als „Melkkuh“ des Gesundheitssystems herhalten müssten. Das führe dazu, dass bestimmte Präparate vom Markt verschwinden, zeitweise nicht verfügbar sind oder gar nicht erst nach Belgien kommen. Die Folge: Versorgungsprobleme für Patienten.
Die Verbände verweisen darauf, dass die Ausgaben für Arzneimittel bei nur rund 1 Prozent des BIP liegen und damit keineswegs den größten Teil des Gesundheitshaushaltes ausmachen. Gleichzeitig hätten Medikamente seit dem Jahr 2000 maßgeblich dazu beigetragen, die Lebenserwartung in Belgien um rund fünf Jahre zu verlängern.
Die Pharma-Vertreterinnen kritisieren, dass in den vergangenen 25 Jahren keine nachhaltigen Reformen umgesetzt wurden, um die absehbaren Mehrkosten durch den demografischen Wandel aufzufangen. Nun fordern sie ein umfassendes Gesundheitskonzept, das alle Akteure einbezieht: Politik, Ärzte, Patienten, Industrie und Gesellschaft. „Medikamente verdienen ihren Platz im medizinischen Werkzeugkasten – nicht als Kostenfaktor, sondern als Baustein guter Versorgung“, betonen Ven und Coenen. „Wir reichen jedem die Hand, der diesen Ansatz mitträgt.“ (belga/calü)

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