Raerenerin startet Online-Petition zu Wiederaufnahme des Schulbonus

<p>Kim Rauw aus Raeren fordert die Rückkehr des gestrichenen Schulbonus – und hat dafür eine Petition gestartet.</p>
Kim Rauw aus Raeren fordert die Rückkehr des gestrichenen Schulbonus – und hat dafür eine Petition gestartet. | Illustrationsfoto: Bodo Schackow/dpa

Kim Rauw aus Raeren wollte dies nicht tatenlos hinnehmen – und hat kurzerhand die Petition „Schulbonus der DG soll bleiben, sparen könnt ihr woanders, aber nicht an unseren Kindern“ zur Wiederaufnahme der Einmalzahlungen gestartet. Die 32-jährige Raerenerin hat selbst ein Kind – ein zweites befindet sich auf dem Weg.

Stein des Anstoßes war ein Gespräch zwischen Kim Rauw und einigen ihrer Freundinnen. Sie fragten sich gegenseitig, ob sie den Schulbonus erhalten haben – alle verneinten. Eine Nachfrage beim Ministerium brachte den Eltern die Erkenntnis: Bereits im September 2024 hatte die DG-Regierung zahlreiche Sparmaßnahmen beschlossen – die Streichung des Bonus sowie der Indexierungsstopp für das Kindergeld für die Jahre 2025 und 2026 gehörten dazu. „Es wusste wirklich niemand etwas davon“, erklärt die Raerenerin dem GrenzEcho.

Neu war diese Information zwar nicht, doch wohl nicht ausreichend bekannt. Eine direkte Information an die betroffenen Eltern hätten Kim Rauw – und wohl auch viele weitere Betroffene – sich vorab, etwa zum Schulende, gewünscht. „Ich glaube, wenn die DG das vorher breiter mit den Bürgern geteilt hätte, wäre das nicht so eine große Diskussion geworden. Die DG hat hier schlecht mit den Eltern kommuniziert“, denkt Kim Rauw. Viel Eltern würden auf das Geld im August warten – und eben fest damit rechnen. Vor allem Familien mit vielen Kindern seien auf die Zuzahlung angewiesen. Die Kosten seien „nicht gerade ohne“. Die Krankenpflegerin kann sich den Schulstart zwar leisten, „aber es ist trotzdem gut gewesen.“

Auf Nachfrage bekräftigte Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) gegenüber dem GrenzEcho das Ziel, „dass der Unterricht möglichst kostenfrei sein soll“. Dies sei am Ende für alle eine Erleichterung und bringe insgesamt auch eine größere Entlastung als Einmalzahlungen. Etwa bekommen Schulen, die keine Materialgebühren verlangen 100 Euro pro Schüler von der DG. Auch bei den Schulmahlzeiten unterstützen sowohl Gemeinschaft als auch Gemeinden, damit die Preise trotz steigender Kosten stabil bleiben können.

„Ich kann nachvollziehen, dass so eine pauschale Aussage für Emotionen und Kritik sorgt“, erklärt der Ministerpräsident. Daher sei es wichtig, das im Ganzen zu betrachten. „Der Bund der Familien hat in zwei öffentlichen Gutachten bestätigt, dass unser Schulsystem das günstigste in Belgien ist – und ausdrücklich die Strategie gelobt, die Schulbesuchskosten zu senken“, hebt der Politiker hervor. Die Strategie ist klar: Investition „in die konsequente Absenkung der Schulbesuchskosten, um das Ziel zu erreichen, dass der Unterricht möglichst kostenlos sein soll.“ „Das kostet insgesamt mehr, ist aber sehr viel fairer, gerechter und vor allem auch viel wirksamer als die 65 Euro“, stellt Oliver Paasch klar. „Aber beide Strategien zusammen finanzieren – das können wir nicht.“

Kim Rauw plant, die Petition beim Parlament der DG einzureichen – danach obliegt dem zuständigen Ausschuss die Entscheidung, wie künftig mit dieser verfahren werden soll. „Ich bin offen und ehrlich. Wenn mir etwas nicht passt, dann spreche ich es öffentlich an“: Für Kim Rauw und die Unterstützer der Petition ist klar: Sie möchten den Bonus wieder bekommen. Es solle nicht an den Kindern gespart werden. „Da müssen wir jetzt hoffen, dass die DG da mitzieht“.


Hier gehts zur Petition von Kim Rauw: https://shorturl.at/C7DhP

Kommentare

  • ... wer Kinder in der Welt setzt, der soll auch für seine Kinder aufkommen, egal ob es Sportaktivitäten, Schule oder sonstige Sachen sind....ich glaube das die außerschulischen Aktivitäten mehr Geld kosten, als ein kleiner Schulbonus.... und die Schulen selber sollen ja auch keine Rechnungen mehr zustellen für Kopien usw...

  • Mein Vorschlag: last eure Kinder Anfang September Zuhause, solange bis Herr Paasch einlenkt!
    Es muss mal richtiges Kaos in Ostbelgien geben damit die Damen und Herren in Eupen mal wach werden!!

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