Mehr Unfälle mit E-Trottinetten: Neue Kampagne soll Sicherheit erhöhen

<p>E-Trottinetten führen immer häufiger zu Unfällen.</p>
E-Trottinetten führen immer häufiger zu Unfällen. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Allein im ersten Halbjahr 2024 wurden in der Wallonie über 300 Unfälle mit Verletzten unter Beteiligung von E-Trottinetten registriert – das entspricht einem Anstieg von 31 % gegenüber dem Vorjahr. 25 Unfälle endeten dabei schwer oder sogar tödlich. Ein besonders deutliches Risiko zeigt sich im Monat August, der sich in den letzten fünf Jahren als der unfallträchtigste Zeitraum herausgestellt hat: In diesem Monat verzeichnete die AWSR durchschnittlich 25 Unfälle mit Verletzten, im Vergleich zu 14 in den übrigen Monaten.

Als mögliche Gründe nennt die AWSR günstige Wetterbedingungen, die Ferienzeit sowie vermehrte Freizeitaktivitäten während der Schulferien. Fast 70 % aller Unfälle mit E-Trottinetten ereignen sich zwischen April und Oktober. Auffällig ist auch der urbane Schwerpunkt: 93 % der Vorfälle passieren in Städten – besonders dort, wo Sharing-Angebote weit verbreitet sind.

Die Nutzer sind überwiegend jung und mobil: Das Durchschnittsalter liegt bei 29 Jahren, fast die Hälfte der Opfer ist unter 25. In rund 22 % der Fälle ist der Fahrer selbst verantwortlich, in weiteren Fällen sind meist Autofahrer involviert – in acht von zehn Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Zudem offenbart eine von der AWSR durchgeführte Umfrage deutliche Wissenslücken bei den geltenden Verkehrsregeln: Viele wissen nicht, dass das Mindestalter bei 16 Jahren liegt, dass 25 km/h die maximale erlaubte Geschwindigkeit ist und dass das Mitnehmen einer zweiten Person verboten ist.

Auch beim Helmgebrauch besteht Nachholbedarf: Obwohl nicht verpflichtend, verzichten 42 % der Nutzer vollständig auf den Helm. Dabei kann er das Risiko für eine Gehirnerschütterung um 50 % und für schwere Kopfverletzungen um 65 % senken.

Mit ihrer neuen Kampagne, die vor allem über soziale Netzwerke verbreitet wird, setzt die AWSR auf eine humorvolle, aber klare Ansprache. Thematisiert werden u. a. die Sichtbarkeit im Straßenverkehr, der Verzicht auf Smartphone-Nutzung während der Fahrt, sowie die Rücksichtnahme auf Fußgänger. Auch der Hinweis auf ein sicheres, technisch einwandfreies E-Trottinett mit funktionierenden Bremsen und korrekter Geschwindigkeitsbegrenzung wird deutlich betont.

Ziel der Kampagne: Unfälle vermeiden – und das Bewusstsein für die Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer stärken.
(belga/red/rt)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment