Remco Evenepoel erklärt sein Aus bei der Tour de France: „Schwierigste Entscheidung seit Langem“

<p>Remco Evenepoel</p>
Remco Evenepoel | Foto: Photo News

„Die Tour zu verlassen, war die schwierigste Entscheidung seit Langem“, erklärte der Profi von Soudal Quick-Step am Donnerstagabend. „Was zum Höhepunkt meiner Saison hätte werden sollen, wurde zu einer Enttäuschung. Die Tour war mein großes Ziel. Nach meinem Sturz im Dezember hatte ich endlich wieder ein klares Ziel vor Augen.“ Evenepoel hatte bei der Tour de France während der 14. Etappe aufgegeben, nachdem er an den beiden Tagen zuvor in den Pyrenäen extrem Schwierigkeiten gehabt hatte.

„Nach zwölf Tagen bin ich eingebrochen. Aber ich wollte nicht aufgeben. Ich wollte alles geben, was noch in mir steckte, aber zwei Tage später fühlte ich mich völlig leer. In diesem Moment habe ich beschlossen, vom Rad zu steigen“, schrieb Evenepoel. Er habe sich schon während der Trainingseinheiten im Frühjahr nie auf Level gefühlt, sei nicht er selbst gewesen.

„Als ich wieder trainieren konnte, ging plötzlich alles sehr schnell. Ich musste bereit sein für die Klassiker im April, dann kam das Höhentrainingslager und schließlich die Tour. Mein gewohntes Körpergefühl war nicht da, aber ich habe trotzdem weiter daran geglaubt. Man dachte, die Zeit ohne Rad hätte mir genug Erholung gebracht, doch in Wirklichkeit hatte mein Körper nie Zeit, sich richtig zu erholen. Ich hatte nicht zu viel trainiert, aber ich war erschöpft. Ich war schon leer, bevor die Tour überhaupt angefangen hat. Und dann, kurz vor der Tour, kam noch ein Sturz. Bei der Landesmeisterschaft habe ich mir erneut eine Rippe gebrochen – das war nicht ideal.“

„Ich war schon leer, bevor die Tour überhaupt angefangen hat.“

Evenepoel bezeichnet sein Ausscheiden als „einen der härtesten und verletzlichsten Momente“ seiner Karriere. „Ich bin eingebrochen – und seltsamerweise bin ich dennoch stolz. Es erfordert Stärke, zu zeigen, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Selbst wenn man sich etwas von ganzem Herzen wünscht, hat der Körper andere Pläne. Dieser Moment, so hart er auch war, hat gezeigt, dass ich ein Mensch bin – mit Höhen und Tiefen.“ (mn)

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