Gillé scheitert am Sprung ins Doppel-Viertelfinale – Reporter entschuldigt sich bei Djokovic

<p>Sander Gillé ist im Herrendoppel im Achtelfinale ausgeschieden.</p>
Sander Gillé ist im Herrendoppel im Achtelfinale ausgeschieden. | Foto: belga

Das belgisch-polnische Duo unterlag den beiden US-Open-Finalisten Kevin Krawietz und Tim Pütz aus Deutschland am Montagmorgen mit 6:7 (4/7), 6:4, 6:4 und scheiterte an der Qualifikation zum Viertelfinale. Dennoch lieferte Gillé seine beste Leistung bei den Australian Open ab – mit Joran Vliegen war er nie über die zweite Runde hinausgekommen, in den vergangenen vier Jahren waren sie gar jeweils nach dem ersten Einsatz rausgeflogen.

Kaputtes Netz und körperliche Leiden: Sinner quält sich durch

Titelverteidiger Jannik Sinner hat auch die erste größere Herausforderung bei den Australian Open gemeistert – trotz heftiger körperlicher Probleme und einer kuriosen Unterbrechung. Gegen den dänischen Weltranglisten-13. Holger Rune (21) siegte der Italiener am Montag mit 6:3, 3:6, 6:3, 6:2 und zog damit bereits zum zehnten Mal bei einem Grand-Slam ins Viertelfinale ein. Zeitweise hatte Sinner jedoch stark mit sich selbst zu kämpfen, möglicherweise bedingt durch die hohen Temperaturen am Nachmittag in Melbourne.

„Es war sehr hart. Ich habe versucht, mental da zu bleiben und bin sehr dankbar für den Support der Fans, das ist zu 90 Prozent euer Verdienst heute“, sagte Sinner: „Ich hatte einen sehr seltsamen Morgen, habe mich nicht einmal aufgewärmt. Ich wusste von Anfang an, dass ich leiden würde.“ Der Topfavorit trifft nun am Mittwoch auf Alex Michelsen (USA) oder den an Position acht gesetzten Lokalmatadoren Alex de Minaur.

Anfang des dritten Satzes musste man sich große Sorgen machen um den Weltranglistenersten. Sinner wirkte stark geschwächt, bei einem Seitenwechsel zitterte deutlich sichtbar sein ganzer Körper. Anschließend nahm der Italiener ein „Medical Timeout“ und wurde von den Physios behandelt, er verließ auch kurz die Arena. Als er gut zehn Minuten nach Beginn der Unterbrechung immer noch angeschlagen auf den Platz zurückkehrte, bedachte ihn das Publikum mit Applaus.

<p>Steht mit Mühe in der nächsten Runde: Jannik Sinner.</p>
Steht mit Mühe in der nächsten Runde: Jannik Sinner. | Foto: dpa

Im Anschluss schien sich Sinner ein wenig gefangen zu haben, nach einem Break des Italieners ließ sich nun Rune oberhalb des rechten Knies behandeln. Die nächste Unterbrechung in einem wilden Match ließ nicht lange auf sich warten – wegen eines Problems am Netz, wo sich nach einem Aufschlag Sinners eine Schraube gelöst hatte, mussten die Spieler erneut gut 20 Minuten pausieren.

Rune, ehemaliger Schützling von Boris Becker, konnte seine körperliche Überlegenheit auch im Anschluss nicht nutzen. Sinner agierte nun clever, konzentrierte sich auf die wichtigen Punkte und marschierte schließlich zum Sieg.

Der Italiener hat einen recht dankbaren Turnierbaum erwischt und kann in Melbourne erst in einem möglichen Finale auf einen der absoluten Topspieler treffen. Er will seinen Titel erfolgreich verteidigen und damit seinen dritten Coup bei einem Major landen.

Nach Djokovics Interview-Boykott: Reporter entschuldigt sich

Nach dem Wirbel um den Interview-Boykott des serbischen Tennisstars Novak Djokovic hat es eine Entschuldigung gegeben. „Ich kann Novak nur sagen, dass ich mich entschuldige, falls er sich nicht respektvoll behandelt gefühlt hat“, sagte der australische TV-Reporter Tony Jones in einem von Channel 9 ausgestrahlten Interview.

Der bei Channel 9 angestellte Jones hatte sich zuvor in einer Schalte des Senders zu feiernden serbischen Fans umgedreht und ihnen auf abfällige Art zugerufen: „Novak! Er ist überbewertet! Schmeißt ihn raus!“ Als er sich wieder umgedreht hatte, sagte er in die Kamera: „Leute, ich bin froh, dass sie mich nicht hören können.“

<p>Als Reaktion auf die Aussagen dessen Kollegen, verweigerte Novak Djokovic dem Channel-9-Reporter Jim Courier das Interview.</p>
Als Reaktion auf die Aussagen dessen Kollegen, verweigerte Novak Djokovic dem Channel-9-Reporter Jim Courier das Interview. | Foto: dpa

Djokovic kamen die Aussagen dennoch zu Ohren. Seine Reaktion: Ein verweigertes On-Court-Interview nach seinem Achtelfinalsieg mit Jim Courier, weil der Ex-Profi auch für Channel 9 arbeitet.

Ein für den TV-Sender arbeitender Sportjournalist habe serbische Fans und auch ihn selbst beleidigt, begründete Djokovic in der Pressekonferenz sein Verhalten. Er werde dem Sender deswegen keine Interviews mehr geben. Sollte er deswegen eine Geldstrafe kassieren, werde er diese akzeptieren, kündigte der zehnmalige Australian-Open-Gewinner an.

Der australische Tennisverband ließ verlauten, dass Djokovic die von ihm geforderte öffentliche Entschuldigung angenommen habe, wie gewohnt weitermachen und sich auf das nächste Match konzentrieren werde. Nach dem Viertelfinale am Dienstag gegen den Spanier Carlos Alcaraz dürfte der Serbe also wieder ein Interview am Platz geben – sofern er das Giganten-Duell gewinnt.

Lehrstunde für Lucky Loser: Lys chancenlos gegen Swiatek

Die märchenhafte Reise von Tennisspielerin Eva Lys bei den Australian Open ist mit einer Lehrstunde im Achtelfinale zu Ende gegangen. Die 23-Jährige war beim 0:6, 1:6 gegen die polnische Weltranglistenzweite Iga Swiatek komplett chancenlos und bekam klar die Grenzen aufgezeigt.

Der erste weibliche Lucky Loser, der je das Achtelfinale der Australian Open erreicht hat, war von der erhofften Sensation gegen die fünfmalige Grand-Slam-Turniergewinnerin weit entfernt. Nach nur 59 Minuten beendete Swiatek das ungleiche Duell in der Rod Laver Arena von Melbourne.

Für die Weltranglisten-128. Lys war schon der Einzug in die Runde der besten 16 ein Riesenerfolg. Die Hamburgerin war in der Qualifikation gescheitert und erst 15 Minuten vor ihrem ersten Match als Nachrückerin noch ins Hauptfeld gerutscht. Dort sorgte sie mit drei Siegen für Furore und bekam den Spitznamen „Lucky Lys“ verpasst. Der Erfolg zahlt sich auch im Ranking und auf dem Konto aus. Der Sprung in die Top 100 der Weltrangliste nach dem Turnier ist ihr ebenso sicher wie ein Preisgeld in Höhe von 252.000 Euro. (belga/sid/dpa/tf)

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