Michel Johanns von der Energieberatungsstelle der Wallonischen Region in der Eupener Hostert hat ein paar schlaue Ideen in petto, wie Privatleute Strom und damit richtig Geld sparen können. Ein Überblick:
Isolieren/Dämmen: Die thermische Isolierung schützt gegen Kälte und ermöglicht Einsparungen bei den Heizkosten. „Man sollte so viel, wie möglich isolieren“, sagt Michel Johanns. „Zu viel“ gebe es eigentlich nicht. Schimmelprobleme entständen erst durch den „Faktor Mensch“, wenn dieser nämlich gar nicht oder falsch belüfte. Damit ein Haus möglichst gut isoliert ist, sollte man vor allem nach oben, auf das Dach, schauen. „Eine gute Isolierung ist nur halb so viel wert, wenn die Wärme nach oben raus kann, weil das Dach nicht gut isoliert ist“, so der Experte gegenüber dem GrenzEcho. Wichtig sind auch Fenster mit sehr guter Doppelisolierverglasung sowie der Bau von sogenannten Pufferzonen, welche die eigentlichen Wohnzonen schützen (Dachgeschoss, Anbau, Veranda, ...). Ein weiterer Tipp für den Winter: Dichtungen unterhalb der Türen oder um alte Fensterrahmen anbringen, damit keine kalte Luft von außen eindringen kann. Wenn man isoliert, muss man auch an die richtige Belüftung denken. Wenn es kein Belüftungssystem gibt, sollte man morgens und abends die gegenüberliegenden Fenstern (Querlüftung) öffnen. Auf diese Weise wird die schlechte Luft nach außen befördert. Achtung: Die Räume dürfen nicht zu stark auskühlen. „Wichtig ist, dass die Fenster groß geöffnet werden, wenn gelüftet wird. Also Stoßlüften. Auf keinen Fall ein Fenster über einen längeren Zeitraum nur gekippt lassen“, rät Michel Johanns. „Die meisten Probleme mit Feuchtigkeit entstehen durch die Kipplüftung. Diese bringt mir in einem ersten Schritt zwar frische Luft, sorgt aber dann für eine Auskühlung der Räume, die Konsequenzen für die schwachen Stellen meiner Wohnung hat. Gemeint sind zum Beispiel die Fenster selbst. Da kann dann Schimmel entstehen“, sagt der Energieberater.
Heizen: Heutzutage sind die moderne Heizsystem mit modernster Technik ausgestattet, und der Fachmann rät manchmal sogar dazu, die Finger von den Einstellungen zu lassen. „Aber abgesehen davon kann ich als Privatperson etwas unternehmen, um Energie zu sparen“, sagt Michel Johanns. Wichtig ist beispielsweise das Zusammenspiel zwischen dem Raumthermostat und dem Heizkörperventil. „Das Körperventil regelt nur die Temperatur für den Heizkörper an sich, das Raumthermostat dagegen steuert die gesamte Heizung.“ Am besten sei es, das Körperventil aufzudrehen, damit die gewünschte Raumtemperatur schneller erreicht werden kann. „Ansonsten muss die Heizung entsprechend mehr leisten, was natürlich zulasten des Verbrauchs geht.“ Eine Raumtemperatur von 19 bis 20 Grad Celsius reicht meistens völlig aus, um einen guten Wohnkomfort zu erreichen. Die Empfehlung: Lieber warme Kleidung tragen, als die Temperatur unnötig zu erhöhen. In den weniger benutzten Zimmern ist es nicht notwendig, mehr als 16 bis 17 Grad Celsius zu erreichen.
Duschen: Besser als Baden ist natürlich Duschen, um Wasser zu sparen. Eine Dusche verbraucht 30 bis 40 Liter Wasser, ein Bad 100 bis 130 Liter. Zwei Kinder können möglicherweise zusammen ein Bad nehmen. Außerdem: Wenn man sich einseift, braucht die Dusche nicht aufgedreht zu sein. Es ist sparsamer, die Dusche im Bedarfsfall jedes Mal wenn nötig aufzudrehen. Wasser sparen kann man auch mit einem Sparduschkopf, der nicht teuer ist, aber eine Einsparung von 40 bis 50 Prozent ermöglicht. Ein Tipp speziell für die Belüftung des Badezimmers nach dem Duschen: Eine Stunde nach dem ersten Stoßlüften noch einmal kräftig durchlüften, weil sich die Luft in der Zwischenzeit wieder erwärmt und Feuchtigkeit aufgenommen hat.
Wäsche: Waschmaschine und Trockner sind im Privathaushalt die eigentlichen „Stromfresser“: „Die Wäsche sollte man unbedingt richtig trennen, damit ich immer auf möglichst niedriger Temperatur waschen kann“, sagt Michel Johanns. „In vielen Fällen reichen 30 Grad Celsius, man braucht dann keine 40 Grad“, fügt er hinzu. Bei der Neuanschaffung einer Waschmaschine sollte man unbedingt auf den benötigen Energieverbrauch achten. Das gilt noch viel mehr für den Trockner. „Ein Wärmepumpentrockner braucht weniger Strom“, erläutert der Energieberater. Aber: Den meisten Strom spart der Trockner, der erst gar nicht benötigt wird. „Sobald das Wetter es erlaubt, sollte man die Wäsche draußen aufhängen und auf diese Weise trocknen lassen.“ Waschen sollte man nur, wenn die Waschmaschine ganz gefüllt werden kann. Den Trockner dagegen sollte man nicht überladen, weil zuviel Wäsche die Leistung verringert und den Energieverbrauch ansteigen lässt. Außerdem gilt, dass die Wäsche vor dem trocknen richtig geschleudert werden soll. Empfohlen wird ein Schleudergang von 1.400 Umdrehungen pro Minute (statt 800). So enthält die Wäsche weniger Wasser, wenn sie aus der Waschmaschine kommt, und die Trockenzeit wird um ein Drittel verkürzt.
Kühlschränke: Hier sind energiesparende Modelle von Vorteil. Kühl- oder Gefrierschränke sollte regelmäßig enteist und gereinigt werden. Es hat auch keinen Sinn, einen zu großen Kühlschrank zu haben, der nur unnötig Energie braucht. „Besonders problematisch sind alte Geräte, die man im Keller oder in der Garage stehen hat. Diese brauchen ungeheuer viel Energie, werden aber nur unzureichend genutzt“, sagt Johanns.
Beleuchtung: Glühbirnen wurden durch eine EU-Richtlinie vor zehn Jahren verboten, dürften sich aber immer noch in vielen Haushalten finden lassen. Die passende Alternative sind Energiesparlampen. „LED-Lampen brauchen eigentlich weniger, leuchten dafür aber nicht so hell. Sie sparen aber unheimlich viel Strom“, so der Experte von der Beratungsstelle gegenüber dem GrenzEcho. Beim Bauen oder Renovieren können Lichtquellen (Dachgauben, Kuppeln oder Dachfenster) angebracht werden, die natürliches Licht bringen und Lichteinsparungen bis spät in den Tag hinein ermöglichen.
Stromverbrauch: Grundsätzlich gilt im Privathaushalt: Kleinvieh macht auch Mist. „Man kann sich eigentlich kaum vorstellen, wie der vermeintlich kleine Verbrauch, durch einen Computer oder ein Ladegerät zum Beispiel, den Stromverbrauch insgesamt nach oben treiben“, sagt Michel Johanns. Alle Geräte im sogenannten Wartezustand (“Standby“) verbrauchen Energie. Wenn sie nicht benutzt werden, sollten sie ausgeschaltet werden. Unnötig ist es auch, Ladegeräte in der Steckdose zu lassen, wenn ein Gerät mittlerweile ausgesteckt worden ist. „Ein Handyladegerät braucht fast gleich viel, egal, ob ein Handy angeschlossen ist oder nicht.“
Energieberater Michel Johanns empfiehlt die Anschaffung eines Energiemessgerätes (für 15 bis 25 Euro zu haben). „Damit kann man den Verbrauch aller Geräte genau nachmessen und praktisch hochrechnen, wie viel diese pro Jahr brauchen. Das ist eine Anschaffung fürs Leben.“

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