SP Ostbelgien wieder mit Alfred Ossemann als Spitzenkandidat

<p>Dier vier Kandidaten der SP-Liste mit der Regionalpräsidentin: Ilona Wetzels-Beckers (Platz 4), Spitzenkandidat Alfred Ossemann, SP-Präsidentin Linda Zwartbol, Michelle Jost (Platz 2) und James Wagner (Platz 3), von kinks.</p>
Dier vier Kandidaten der SP-Liste mit der Regionalpräsidentin: Ilona Wetzels-Beckers (Platz 4), Spitzenkandidat Alfred Ossemann, SP-Präsidentin Linda Zwartbol, Michelle Jost (Platz 2) und James Wagner (Platz 3), von kinks. | Foto: David Hagemann

Das Durchschnittsalter der SP-Provinzliste liegt bei 41 Jahren. „Die SP ist noch da, wir hatten keine Probleme, diese Liste zu füllen“, betonte Linda Zwartbol, so als wollte sie auf die Kritiker eingehen, die die SP nach der Wahlniederlage und der Verbannung in die Opposition auf DG-Ebene schon totgesagt haben.

<p>SP-Präsidentin Linda Zwartbol</p>
SP-Präsidentin Linda Zwartbol | Foto: David Hagemann

„Wir sind die einzige Partei, die kontinuierlich einen Vertreter im Provinzialrat hatte. Und deshalb sind wir auch als einzige in der Lage, eine wirkliche Bilanz vorzulegen“, so Linda Zwartbol. „Als ich damals im Jahr 2012 angetreten bin, war es klar, dass wir als Deutschsprachige im Provinzialrat zwischen den Stühlen sitzen, aber wir haben durchgehalten, während andere abgesprungen sind oder die Provinz nur für einen Einstieg in die Politik genutzt haben“, so Alfred Ossemann.

<p>Spitzenkandidat Alfred Ossemann</p>
Spitzenkandidat Alfred Ossemann | Foto: David Hagemann

„Schade“ sei auch gewesen, dass eine deutschsprachige Partei überhaupt keinen Vertreter mehr nach Lüttich geschickt habe, sodass dieser Sitz für die Deutschsprachigen weggefallen sei, meinte er und bezog sich damit auf die CSP, ohne ihren Namen zu nennen. Im August 2023 hatte der damalige CSP-Provinzialrat Jacques Schrobiltgen wegen einer beruflichen Umorientierung seinen Rückzug von allen politischen Mandaten erklärt. Und da alle Ersatzkandidaten auf der CSP-Provinzliste ebenfalls aus politischen oder beruflichen Unvereinbarkeiten das Amt nicht antreten, blieb der CSP-Sitz vakant.

<p>Michelle Jost</p>
Michelle Jost | Foto: David Hagemann

Neben Alfred Ossemann, der also Provinzialrat bleiben möchte, kandidiert Michelle Jost aus St.Vith auf Platz 2 der SP-Provinzliste. Die 28-Jährige ist Feuerwehr-Rettungssanitäterin und will sich besonders für den Bereich Sicherheit einsetzen – ein Schwerpunktthema im Programm der SP.

<p>James Wagner</p>
James Wagner | Foto: David Hagemann

Auf Platz 3 steht James Wager (19 Jahre), der in Bütgenbach lebt. Als Erzieher und Jugendbetreuer macht er sich besonders für die Belange der Jugend stark.

<p>Ilona Wetzels-Beckers</p>
Ilona Wetzels-Beckers | Foto: David Hagemann

Ilona Wetzels-Beckers ist ein schon bekannter Name bei der SP. Die 56-Jährige aus Kelmis kandidiert auf Platz 4 der SP-Liste und möchte ihre langjährige Erfahrung einbringen. Die SP setze sich weiterhin dafür ein, dass die DG unabhängig von der Provinz wird, hieß es bei der Vorstellung der Liste am Samstagmorgen. „Unser langfristiges Ziel ist es, dass die DG alle Aufgaben der Provinz vollständig übernimmt. Solange dieser Übergang noch nicht vollzogen ist, setzen wir uns aktiv dafür ein, die Interessen der Ostbelgier auch auf Ebene der Provinz bestmöglich zu vertreten“, meinte Alfred Ossemann. Konkret fordert die SP die Übertragung aller provinziellen Zuständigkeiten und finanziellen Mittel an die DG. Bis dahin möchte sie die Zusammenarbeit zwischen der Provinz Lüttich und der DG weiter zu vertiefen. Außerdem soll die deutsche Sprache stärker in der Provinz Lüttich verankert werden. Dass die Provinz abgeschafft werde, „wage ich zu bezweifeln“, schätzte Ossemann am Samstagmorgen ein. „Aber es wird sich etwas tun.“ Aber was genau, sei bisher noch fraglich. So spreche man unter anderem davon, den Provinzialrat durch eine Art Bürgermeisterkonferenz zu ersetzen. Um die Gelder der Provinz nach Ostbelgien zu transferieren, müsste die DG über eine Steuerkompetenz verfügen.

Ein Schwerpunktthema im Wahlprogramm ist die Sicherheit, auf Ebene der Provinz geht es da vor allem um Feuerwehr, Notfallvorsorge und Polizei. In den Augen der SP sollte das Verteilersystem für Notrufe von der Provinz neu organisiert und auch in deutscher Sprache gewährleistet werden. Für Ostbelgien sollte eine eigene Notrufzentrale innerhalb der DG mit einer garantierten Besetzung durch deutschsprachige Mitarbeiter aufgebaut werden. Zudem sollen die finanziellen Mittel für die Hilfeleistungszone der DG erhöht werden – mit einer Neuberechnung der Dotationen unter Berücksichtigung der Investitionen der letzten drei Jahre. Darüber hinaus möchte die SP eine eigene Zelle für die deutschsprachigen Feuerwehrkadetten einrichten und eine zusätzliche Unterstützung für die Jugendfeuerwehr in der DG. Die Feuerwehr-Ausbildung auf Deutsch soll ausgebaut und professionalisiert werden. Nicht zuletzt sollen alle Weiterbildungen für die Feuerwehr in der DG stattfinden. Eine weitere Forderung lautet, die Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung der Polizei in Ostbelgien zu garantieren und zu optimieren.

Akzente setzt die SP auch im Bereich Kultur und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung des Naturparks Hohes Venn sowie des Tourismus. „Wir setzen uns für eine nachhaltige Entwicklung des Naturparks ein, die sowohl den Schutz der Umwelt als auch den Nutzen für die Bevölkerung in den Vordergrund stellt“, so Alfred Ossemann, der selbst Präsident der Verwaltungskommission des Naturparks Hohes Venn-Eifel ist. Dieser liege zu drei Vierteln auf dem Gebiet der DG und sei in den letzten sechs Jahren mit über vier Millionen Euro durch die Provinz unterstützt worden. Zudem seien in den letzten sechs Jahren „durch unser Wirken“ weit über eine Million Euro außerhalb des bestehenden Abkommens zwischen Provinz und DG an Zuschüssen von der Provinz auf dem Gebiet der DG gezahlt worden.

SP-Provinzliste:

1. Alfred Ossemann

2. Michelle Jost

3. James Wagner

4. Ilona Wetzels-Beckers

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