Im Beisein der Gewerkschaften kamen die Verwaltungsräte der beiden Einrichtungen nach Abschluss ihrer jeweiligen Versammlungen in Francorchamps zusammen. Auf der Tagesordnung der Sitzungen standen die Eckpunkte der Zusammenarbeit der beiden Gesundheitseinrichtungen. Danach setzen sich beide Verwaltungsräte zusammen und besiegelten einstimmig die Beschlüsse, ehe dann im Rahmen einer Pressekonferenz die neue Kooperation bekannt gegeben wurde. Dies übernahmen die beiden Vorsitzenden Philippe Boury (CHR Verviers) und Jacques Remy-Paquay (CHRAM).
Kooperation soll Weichen für die Zukunft stellen.
„Wir haben das Projekt eines Übereinkommens abgesegnet, das eine Zusammenarbeit der beiden Häuser besiegelt“, so Jacques Remy Paquay. „In der heutigen Zeit, in der sowohl die personellen als auch die finanziellen Ressourcen knapper werden, sind Kooperationen sehr wichtig. Auch die Gesundheitspolitik erfährt einschneidende Veränderungen und es gilt, sich für die Zukunft aufzustellen. Dazu werden Kompetenzpole geschaffen.“ Sein Kollege Philippe Boury ergänzte: „Viele Einrichtungen stehen vor schwierigen Zeiten. Mit der erzielten Übereinkunft stellen wir die Weichen für die Zukunft. Krankenhäuser sind in der heutigen Zeit Unternehmen und die Banken interessieren sich für Unternehmen vor allem, wenn sie keine roten Zahlen schreiben, so wie es für die beiden Häuser in den letzten vier, fünf Jahren der Fall war.“

In der Klinik in Malmedy werde es Spezialisierungen geben, ebenso in Verviers und andere Fälle würden eben dann in der Uniklinik behandelt. Das Ziel sei, die bestmögliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Der Zusammenschluss der beiden Häuser wird bis zum 31. Dezember 2024 besiegelt sein. Ab Januar 2025 wird es dann nur noch einen Verwaltungsrat und ein Direktorium geben, welches aus einem Chefarztkoordinator, einem Koordinator für die Pflegekräfte, einem Direktor für Personalwesen, einem IT-Direktor, einem Finanzdirektor und einem Leiter für das Alltagsgeschäft bestehen wird. Der Grundsatz sei, Ressourcen und Kräfte zu bündeln. „Es wird keinerlei Entlassungen geben, ganz im Gegenteil, wir suchen händeringend Pflegepersonal, aber auch administratives Personal“, so Jacques Remy Paquay.
Philippe Boury betonte, dass es höchste Zeit gewesen sei, zu handeln: „Wenn in den nächsten zehn bis 15 Jahren kein neues Krankenhaus in der Region Verviers gebaut wird, gibt es eines Tages keine Klinik mehr in Verviers.“ Das CHR überlebe mit einer Ausnahmegenehmigung nach der anderen. In Kürze soll ein Projektautor bezeichnet werden und auch ein Gelände auf den Anhöhen von Laboru sei bereits in die Auswahl genommen. In Malmedy werden die geplanten Investitionen umgesetzt, sofern die erforderlichen Genehmigungen erteilt werden. Derzeit ist man damit beschäftigt, die Dialysestation von neun auf 15 Betten zu erweitern. In Kürze werden die Isolierungsarbeiten in Angriff genommen. Das heißt, dass sämtliche Außenwände isoliert werden, ebenso das Dach und auch alle Fenster werden ersetzt. „Die Fenster stammen aus dem Jahr 1961“, so Jacques Remy-Paquay. „Bevor sie unter Denkmalschutz gestellt werden, entfernen wir sie.“
Der neue OP-Block sei genehmigt worden und nun stehe noch die Genehmigung für die Installation eines neuen MRT-Gerätes an.
Reha-Abteilung als Ergänzung zur Geriatrie geplant.
Dieses wird in einem Anbau am rückwärtigen Teil des Gebäudes eingerichtet. Dort wird dann auch die Röntgenabteilung angesiedelt. Ferner muss die Tagesklinik auf Vordermann gebracht werden. Derzeit sind die Patienten in einem großen Raum untergebracht, in dem es nur Abtrennungen durch Gardinen gibt. Die Klinik in Malmedy plant auch eine Reha-Abteilung als Ergänzung zur Geriatrie. Das Auftragsvolumen beziffert sich auf 20 Millionen Euro. „Wir hoffen, dass die Banken mitspielen, denn obwohl wir schwarze Zahlen schreiben, haben wir keine Rücklagen, mit denen wir Investitionen selber finanzieren könnten“, so der CHRAM-Vorsitzende.
Der Direktor des CHRAM, Stephane Dubois, sagte, dass es einige Zeit gebraucht habe, bis Vertrauen aufgebaut wurde, aber mittlerweile arbeiten beide Einrichtungen in völliger Transparenz sehr gut zusammen.
Auch Remy-Paquay blickte abschließend positiv in die Zukunft: Die Intensivstation, so wie man sie jetzt kennt, werde in den nächsten vier Jahren weiterhin in Malmedy bestehen bleiben. Was danach passiert, werde sich im Laufe der Jahre zeigen. Das Gesundheitswesen sei weiterhin in ständiger Entwicklung. (glo)

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