„Hier bitte noch keine Tassen und Teller hinstellen“, sagt Petra Schmitz und weist auf den Schrank hin. Im Saal des Alten Schlachthofs geben die Akteure der Theatergruppe Kettenis „Zwei Meter heiter bis wolkig“ des Berliner Autoren Andreas Keßner den letzten Schliff. Inhaltlich geht es um die Freunde Jacques, Alex und Marco, die sich über Weihnachten im Mürringer Wald gemeinsam mit den Ehefrauen zum Langlauf treffen.
Doch das Wetter macht den Skienthusiasten einen Strich durch die Rechnung. Zuerst ist es mit acht Grad plus recht frühlingshaft. Also beschäftigt man sich mit dem Genuss geistiger Getränke. Dadurch verpasst man die Unwetterwarnungen im Radio, die einen Wetterumsturz mit Kälteeinbruch und erheblichen Schneefällen voraussagen, ebenso wie Jacques Ehefrau Nadine, die nun doch mit ihrem Mann feiern will. Der hat nämlich seine Praktikantin Mimi (Lena Kirschvink) mitgebracht. Jetzt sind alle tief eingeschneit, Essen und Brennstoff werden knapp und Jacques (Phillippe Klein) muss seiner Gattin die Anwesenheit von Mimi erklären.
Es wird ein ostbelgisches Stück. Dafür hat Jürgen Heck gesorgt, der das Stück von den Alpen in die Eifel verlegt hat und auch für die ein- oder andere Bemerkung über die tiefe Freundschaft zwischen „Schmaubär“ und „Mottes“ und anderer ostbelgischer Befindlichkeiten verantwortlich zeichnet.
Das Stück sei zwar eine Komödie und für manchen Lacher gut, sind sich Schauspieler und Regie einig, aber kein klassischer Schwank, sondern ein Stück, wo es auch einmal nachdenklich sein darf. Eine Herausforderung für die Schauspieler ist es, dass es kaum Abgänge gibt. Da der Spielort eine eingeschneite Hütte ist, bleiben mehr oder weniger alle Schauspieler auf der Bühne. Auftrittspausen gibt es selten, der Akteur muss konzentriert in der Rolle bleiben. Neu im Theater ist Lena Kirschvink, die die Mimi spielt. „Ich liebe das Schauspiel, jede neue Rolle bringt neue Erfahrungen“, sagt die 17-jährige, die schon in anderen Zusammenhängen Theater gespielt hat.
Dass Mimi eine eher dümmlich-naive Person ist, stört ihre Spielerin nicht weiter. Herausfordernd ist für sie eher die große Textmenge, die es zu lernen gilt. Doch hier hat sie das Glück, dass ihre Mutter Christine Ernst ebenfalls mitspielt, sodass die beiden zu Hause zu zweit proben und die Texte der anderen abhören können.
Im Hintergrund sind Alyssia Krott und Céline Reuter mit ihren Schülern vom Robert-Schuman-Institut dabei. Deren Schüler, angehende Kosmetikern, obliegt es, den Schauspielern das passende Gesicht zu verpassen. „Die Herausforderung liegt darin, dass das Make-Up sichtbar und nicht zu blass ist und die Bühnenfigur gut zum Vorschein kommt“, sagt Alyssia Krott. Für die Schüler, die meisten sind junge Frauen, ist das eine gute Übung, denn es ist für manchen das erste Mal, dass er seine Schminkkünste an einem Fremden ausprobieren darf. „
Die Schüler haben Respekt davor“, sagt Céline Reuter. Selbstverständlich bekommen auch die Herren der Schöpfung einen Anstrich verpasst. „Das freue ich mich schon zwei Jahre drauf“, sagt Phillippe Klein und betont, dass seine Aussage sarkastisch gemeint sei.

Aber zumindest ein wenig Puder braucht auch der Mann, um im Rampenlicht gut auszusehen. Petra Schmitz lobt die „tolle Kooperation“ zwischen dem RSI und der Theatergruppe.
So richtig in Szene gesetzt und gründlich geprobt, garantieren die Schauspieler unter Regisseurin Petra Schmitz wieder einen vergnüglichen Abend, auf den man sich freuen darf.
GrenzEcho-Leser können 2x2 Eintrittskarten für das neue Stück der Theatergruppe Kettenis gewinnen.



Kommentare
Kommentar verfassen