Eupen erinnert an Opfer der Weltkriege: „Der Gedenktag ist heute aktueller denn je“

<p>Bei der Kranzniederlegung am KMILE: Bürgermeisterin Claudia Niessen und Oberstleutnant Kurt Maertens.</p>
Bei der Kranzniederlegung am KMILE: Bürgermeisterin Claudia Niessen und Oberstleutnant Kurt Maertens. | Foto: Günther Sander

Die festliche Gestaltung oblag den Schülern des Zentrums für Förderpädagogik (ZFP). Eupens Bürgermeisterin Claudia Niessen erinnerte in ihrer Ansprache an die schreckliche Zeit der beiden Weltkriege, um nach der Feier gemeinsam mit Kurt Maertens (Oberstleutnant des KMILE) am Königlichen Militärinstitut für Leibeserziehung einen Kranz niederzulegen. Zum Abschluss folgte ein Besuch der von den Schülern des ZFP erarbeiteten Ausstellung zu dem fachübergreifenden Projekt „Gegen das Vergessen“.

In der Pfarrkirche St. Josef hatten sich zahlreiche Besucher zum Gedächtnistag anlässlich des Waffenstillstandes, der 1918 den Ersten Weltkrieg beendete, eingefunden, um der Opfer der beiden Weltkriege zu gedenken. Im Altarraum hatten Fahnen-Abordnungen Aufstellung genommen. Dechant Helmut Schmitz sagte zu Beginn der Feier, aktueller als in der heutigen Zeit hätte das Gedenken nicht sein können. „Haben die Menschen denn nichts aus der Vergangenheit gelernt?“, fragte der Dechant.

Claudia Niessen betonte, man dürfe die Hoffnung nicht aufgeben. Sie verwies auf die Ausstellung „Gegen das Vergessen“, in der die Schicksale von Persönlichkeiten zum Ausdruck gebracht werden. Einen ganz besonderer Dank zollte sie den Schülern, Schülerinnen, Lehrern und Lehrerinnen des ZFP Eupen für diese hervorragende Ausstellung, die sich mit den Opfern von Verfolgung, Diskriminierung und Gewalt befasse.

Das Ensemble des ZFP gestaltete den morgendlichen Festakt mit Wortbeiträgen des Gedenkens und mit Liedern, erinnerte an die einzelnen Schicksale – und stellte für die genannten Ermordeten auf den Stufen zum Altar Kerzen zum Gedenken auf. Zum Abschluss sang man den Hit des amerikanischen Songwriters Peter Seeger „Where Have All The Flowers Gone“, den die Sängerin Marlene Dietrich in deutscher Sprache weltbekannt machte: „Sag mir, wo die Blumen sind. Wo sind sie geblieben?“ Dechant Schmitz hob hervor, dass dieses Lied nicht passender hätte sein können. Sein besonderer Dank galt ebenfalls dem ZFP für die hervorragende Mitgestaltung der Feierstunde.

Danach begaben sich die Teilnehmer zum KMILE, wo in einer kurzen Zeremonie die Kranzniederlegung durch Bürgermeisterin Claudia Niessen und Oberstleutnant Kurt Maertens stattfand. Es bot sich zudem die Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen, auf die man sich bereits im Eupener Rathaus freut, die dort im Rahmen einer Vernissage ausführlich präsentiert wird.

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