Abwechslungsreicher Konzertabend in Auel: Harmonie und Fanfare in Perfektion vereint

<p>Dirigent Rainer Hilger legte am Samstagabend eine Doppelschicht ein; zuerst mit Musica Nova, anschließend mit der Kgl. Harmonie Hergenrath.</p>
Dirigent Rainer Hilger legte am Samstagabend eine Doppelschicht ein; zuerst mit Musica Nova, anschließend mit der Kgl. Harmonie Hergenrath. | Fotos: Alfons Henkes

Den Auftakt machte die Fanfare Musica Nova mit der „Nordic Fanfare and Hymn“ von Jacob de Haan. Dieses imposante Werk wurde anlässlich der Nordischen Skiweltmeisterschaften im Allgäu komponiert. Die Fanfare entführte das Publikum in die atmosphärische Welt der Ski-WM und sorgte gleich zu Beginn für eine mitreißende Stimmung.

Zum Start ging es ins Allgäu, bevor Musica Nova mit Mario Bürki abhob.

Mit „Flight“ des Schweizer Komponisten Mario Bürki änderte sich die Stimmung des Abends. Das faszinierende Stück beschrieb klanglich einen Flug über die Schweiz in einer „1960er Piper Comanche". Vom Start im Hangar über ein unerwartetes Gewitter bis hin zum beeindruckenden Alpenüberflug - die gesamte Crew der Musica Nova nahm die Zuhörer mit auf eine emotionale Reise durch die Lüfte.

Ein ruhigerer, aber nicht weniger beeindruckender Moment folgte mit „The Water of Tyne“ in der Bearbeitung von Marten Miedema. Das traditionelle Volkslied aus dem Nordosten Englands, geprägt von einer melancholischen Stimmung, wurde von der Fanfare einfühlsam vorgetragen. Die musikalische Reise ging weiter mit „The Glenmasan Manuscript“ von Marc Jeanbourquin. Dieses Werk, das auf einem historischen Manuskript aus dem 15. Jahrhundert mit keltischen Sagen aus Nordirland basiert, lud die Zuhörer in eine mystische Welt voller Legenden und Landschaftsbeschreibungen ein.

Höhepunkt des Abends war das Werk „The Wagon Trail“ von Leon Vliex. Die Fanfare Musica Nova entführte die Zuhörer in die Zeit der Auswanderung zwischen 1830 und 1870 in die USA. Die musikalische Darstellung der Strapazen und Herausforderungen der Siedler auf dem Weg in den Westen fesselte die Zuhörer bis zum letzten Ton. Erst nach der Zugabe „The Greatest Show on Earth“ wurde die Fanfare unter stehenden Ovationen von der Bühne entlassen.

<p>Die Kgl. Harmonie Hergenrath verschönerte den zweiten Teil des Konzertabends in Auel.</p>
Die Kgl. Harmonie Hergenrath verschönerte den zweiten Teil des Konzertabends in Auel.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nahm das Höchststufen-Orchester, die Kgl. Harmonie aus Hergenrath, auf der Konzertbühne der Platz. Das Orchester, das ebenfalls von Rainer Hilger dirigiert wird, gehört zweifellos zu den besten sinfonischen Blasorchestern in der Euregio Maas-Rhein. In Auel präsentierte das renommierte Orchester Auszüge aus seinem aktuellen Konzertprogramm, das sich den Themen Mythen, Sagen und Fabeln widmet. Der zweite Teil des Konzerts wurde mit dem Werk „Leonesse“ von Bert Appermont eröffnet, das die Zuhörer in das sagenumwobene Schloss der Lady Guinevere aus der Sage von König Artus einlud.

„El Jardin de Hera“ von José Suñer Oriola entführte in die griechische Mythologie und in den Garten der Göttin Hera, in dem der Baum mit den goldenen Äpfeln stand, der ewige Jugend garantierte. Nach zögerlichem Beginn kam es zu einem Drachenkampf, bevor nach einem Besuch bei den traurigen Nymphen die Heimreise angetreten wurde.

Die emotionale Bandbreite des Konzerts wurde durch die eindrucksvolle Darbietung der „Star Wars Trilogy“ von John Williams in einem Arrangement von Donald Hunsberger noch verstärkt. Hier begeisterten die Gäste mit den ikonischen Melodien, die Williams für die Star Wars-Filme komponiert hat.

Rainer Hilger präsentierte im Anschluss mit Marc Jeanbourquins „Mãngõroa“ eine faszinierende neuseeländische Legende, die von einem weißen Hai erzählt, der vom Halbgott Maui zum Schutz der Maori-Stämme in den Himmel geschickt wurde, bevor das Ensemble mit „Selections from Wicked“ auch dem Musical-Genre eine besondere Reverenz erwies. Selten hat ein Musical der Neuzeit den Broadway so im Sturm erobert wie dieser Riesenhit von Stephen Schwartz. Das kraftvolle Medley mit den Teilwerken „No One Mourns the Wicked“, „The Wizard and I“, „Dancing Through Life“, "Defying Gravity“ und „For Good“ sorgte für einen gelungenen Schlussakkord. Auch die Gäste aus dem Norden Ostbelgiens ließen es sich nicht nehmen, sich mit einer Zugabe beim begeisterten Publikum zu bedanken.

Das Herbstkonzert der Fanfare Musica Nova und der Kgl. Harmonie Hergenrath hinterließ im Saal Eintracht in Auel einen nachhaltigen Eindruck. Das begeisterte Publikum spendete stehende Ovationen für die talentierten Musikerinnen und Musiker sowie ihrem engagierten Dirigenten Rainer Hilger, der an diesem Abend eine doppelte Schicht voller musikalischer Höhepunkte schob. (gh)

Kommentare

Kommentar verfassen