CDU und CSU gewinnen Wahlen in Hessen und Bayern

<p>In Hessen legte die CDU von Ministerpräsident Boris Rhein (Foto) sehr deutlich zu .</p>
In Hessen legte die CDU von Ministerpräsident Boris Rhein (Foto) sehr deutlich zu . | Foto: Uwe Anspach/dpa

Die Sozialdemokraten in ihrer einstigen Hochburg abgestraft, die Liberalen aus mindestens einem Landesparlament geflogen, und auch für die deutschen Grünen gab es am Wahlabend wenig zu feiern. Für die in Berlin regierende „Ampel“-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wurden die Landtagswahlen in Hessen und Bayern zum Debakel.

Während die christdemokratischen Schwesterparteien CDU und CSU seit dem Ende der Ära von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag in Berlin die Oppositionsbänke drücken, können die Parteifreunde im Süden der Republik nach den Hochrechnungen vom Sonntagabend weiterregieren. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kann in Bayern seine Wunschkoalition mit den Freien Wählern (FW) fortsetzen. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), der sich in Hessen nicht vorab festgelegt hatte, hat nun die Wahl, die seit Anfang 2014 bestehende Koalition mit den Grünen fortzusetzen - oder ein schwarz-rotes Bündnis mit den angeschlagenen Sozialdemokraten zu schmieden.

Der 51-jährige Rhein wurde zum eigentlichen Sieger des Abends. Erst im Mai vorigen Jahren hatte er das Amt von seinem Parteifreund Volker Bouffier übernommen. Nun verbesserte sich die CDU nach ihrem schwachen Abschneiden 2018 um rund acht Prozentpunkte. Die große Verliererin des Abends ist dagegen seine Herausforderin Nancy Faeser. Die Bundesinnenministerin fuhr als SPD-Spitzenkandidatin das bisher schlechteste Wahlergebnis in der einstigen sozialdemokratischen Hochburg ein. Weniger glänzend war der Sieg von Markus Söder in Bayern. Zwar lag seine CSU mehr als 20 Punkte vor den stärksten Mitbewerbern, aber ein CSU-Sieg ist im größten deutschen Flächenland sozusagen Pflicht. Seit mehr als 65 Jahren stellen die Christsozialen dort den Regierungschef, die meiste Zeit regierten sie seither alleine. Nun blieb die CSU laut Hochrechnungen noch leicht unter dem schon historisch schlechten Ergebnis von 37,2 Prozent bei der Wahl 2018. Zu den Siegern des Abends zählt auch die AfD. Die Partei, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird, konnte in beiden Ländern zulegen und hatte am Abend noch die Chance, in Hessen zweitstärkste Kraft zu werden. Auf die bisherigen Regierungsmehrheiten hat das allerdings keine Auswirkungen. (dpa/um)

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