Die E-Rechnung bewegt auch Ostbelgiens Unternehmen

<p>Referent Thomas Philipp Reiter: „Eine E-Mail mit angehängtem PDF-Dokument ist keine digitale Rechnung.“</p>
Referent Thomas Philipp Reiter: „Eine E-Mail mit angehängtem PDF-Dokument ist keine digitale Rechnung.“ | Foto: Marc Cürtz

Insgesamt 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten, dass das Thema „Digitale Rechnung“ die Unternehmen auch in Ostbelgien bewegt. „Die Regulierungsmaßnahmen der Europäischen Union zur Bekämpfung des Mehrwertsteuerbetrugs haben unmittelbaren Einfluss auch auf Unternehmen jeder Größenordnung in ganz Europa“, erläuterte Referent Thomas Philipp Reiter, der für das flämische Unternehmen Billit aus Gent in deutschsprachigen Ländern über notwendige Digitalisierungsmaßnahmen aufklären soll. „Eine E-Mail mit angehängtem PDF-Dokument ist keine digitale Rechnung“, erklärte er weiter. Bis 2028 sei noch Zeit, spätestens dann gilt keine andere Rechnungsform mehr als ordnungsgemäß zugestellte Rechnung. Im Geschäftsverkehr mit der öffentlichen Hand, zum Beispiel staatlichen Unternehmen, sei dies bereits jetzt schon der Fall. Ein positiver Effekt der Umstellung von jeder anderen Rechnungsform auf die digitale sei zudem eine erhebliche Zeit- und damit Kostenersparnis.

Bei der Veranstaltung in St.Vith habe sich gezeigt, dass die Selbständigen, Buchhalter, aber auch Steuerkanzleien in der Region sehr unterschiedlich auf die notwendige Rechnungsdigitalisierung vorbereitet sind, hieß es. Während manche bereits über eine eigene, zuweilen aufwändige Infrastruktur verfügen, wollen andere das Thema zunächst noch von sich wegschieben. Und so ist es auch zum Beispiel in Deutschland zu einer Verschiebung der Einführungspflicht gekommen. In Luxemburg hingegen hat die Regierung die Bevorzugung der digitalen Rechnung gegenüber allen anderen Rechnungsformen ausdrücklich empfohlen. Die dortige Handelskammer arbeitet ebenfalls mit Billit zusammen. „Noch kann man dort seinen Kunden auch Rechnungen per Briefpost, vielleicht auch noch immer per Fax schicken oder persönlich überreichen“, so Reiter. „Im Falle eines Rechtsstreits gilt aber ausschließlich die digitale Rechnung als zugestellte Rechnung.“ Für Italien gelte dies bereits jetzt schon auch für Rechnungen nicht nur unter Kaufleuten (B-to-B), sondern auch an Privatpersonen (B-to-C).

In den folgenden Monaten wird die Einführung der E-Rechnung auf allen Ebenen auch in Belgien weiter voranschreiten, ist sich Reiter sicher. „Deshalb sind wir auf die IHK Ostbelgien und die ostbelgische Mittelstandsvereinigung zugegangen, um nach Flandern, Brüssel und der Wallonie in unserer Region gemeinsam ein deutschsprachiges Informationsangebot zu unterbreiten.“ Das GrenzEcho beteiligte sich an den Veranstaltungen als Medienpartner. Die KAS Eupen, in deren Räumen die Auftaktveranstaltung stattfand, hatte zudem unter allen Teilnehmern noch Freikarten für die nächsten Heimspiele verlost. „Im Bereich Digitalisierung gilt das gleiche wie im Fußball: wer sich rechtzeitig vorbereitet, kann am Ende kaum verlieren“, so Reiter. (red/sc)


Das Interesse an den Veranstaltungen war sogar größer als die Platzkapazität an beiden Orten. Daher hat sich die Mittelstandsvereinigung der Deutschsprachigen Gemeinschaft entschlossen, auf Billit zuzugehen um eine weitere anbieten zu können. Diese wird nun am 16. November, um 20 Uhr, in der Eventlocation Capricornus in Hünningen bei Büllingen stattfinden. Die MSV nimmt hierfür noch Anmeldungen entgegen.

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