Verlagshaus am Marktplatz: Ein Ort mit viel Geschichte

<p>Das hintere Gebäude am Marktplatz 8 präsentiert sich im neuen Glanz: An diesem Wochenende wird der Neubau mit einem bunten Programm offiziell eröffnet.</p>
Das hintere Gebäude am Marktplatz 8 präsentiert sich im neuen Glanz: An diesem Wochenende wird der Neubau mit einem bunten Programm offiziell eröffnet. | GRENZECHO

Dass dieses Event jetzt über die Bühne geht, ist kein Zufall: Jedes Jahr finden am zweiten Wochenende im September die Tage des offenen Denkmals statt. Was lag da näher, als diese Leistungsschau schützenswerter historischer Bauten am Samstag und Sonntag, 9. und 10. September, zum Anlass zu nehmen, um ein Wochenende der offenen Tür zu organisieren und einem breiten Publikum das Um- und Neubauprojekt und GE-Media zu präsentieren?

Denn nichts anderes als ein Denkmal ist seit dem Jahr 1984 das Vorderhaus am Marktplatz 8, das auf eine fast 400-jährige Geschichte zurückblickt. Einst diente es als Patrizierhaus einem wohlhabenden Bürger der Eupener Oberschicht als Wohnhaus. Auch das GrenzEcho hat schließlich eine große Historie am Marktplatz 8: Seit 1950 befindet sich dort der Verlagssitz. In einer Meldung des Grenz-Echo (so die damals noch gebräuchliche Schreibweise) vom 1. Juni 1950 heißt es: „Nachdem der technische Betrieb und die Schriftleitung des Grenz-Echo bereits seit mehreren Wochen ihren Umzug von der Klosterstrasse zum Marktplatz vollzogen haben, siedelt heute auch die Geschäftsstelle in das neue Haus am Marktplatz über“ – damals trug das Verlagsgebäude allerdings noch die Hausnummer zwölf.

Rückblick: 1779 erwarb der Tuchkaufmann Henry Ackens das vordere, mächtige Haus am Marktplatz von den Erben des Andreas Grand Ry jun. für die Summe von 2.517 Reichstalern. Hier verstarb er 15 Jahre später am 17. Juni 1794. In Erinnerung an den Tuchkaufmann wurde 2022 im Neubau der große Versammlungsraum nach Henry Ackens benannt.

<p>Historischer Blick auf das Verlagshaus</p>
Historischer Blick auf das Verlagshaus | Foto: GE-Archiv

Eine wichtige Rolle in der GrenzEcho-Historie spielte auch Henri Michel: 1927 übernahm dieser die Direktion und Hauptschriftleitung.

Er führte die Zeitung, die anfangs einmal wöchentlich erschien, 1928 Halbwochenzeitung wurde und ab Ende 1932 täglich erschien und sich zunächst noch gegen vier deutschsprachige Konkurrenzblätter behaupten musste, durch die Weltwirtschaftskrise 1929. Im Mai 1940 floh er nach dem deutschen Einmarsch in Belgien nach Brüssel, wurde dort gefasst und inhaftiert. Erst fünf Jahre später kehrte er zurück und war anschließend noch 20 Jahre bis Anfang November 1965 als Direktor und Chefredakteur beim GE tätig.

Die Versammlungsräume und das Großraumbüro können sich interessierte Besucher am Samstag und Sonntag anschauen.

<p>Das Gebäude am Eupener Marktplatz blickt auf eine lange Geschichte zurück. Vor über 70 Jahren verlegte das GrenzEcho seinen Verlagssitz dorthin.</p>
Das Gebäude am Eupener Marktplatz blickt auf eine lange Geschichte zurück. Vor über 70 Jahren verlegte das GrenzEcho seinen Verlagssitz dorthin. | Foto: GE-Archiv

Aber es ist natürlich noch eine Menge mehr zu sehen und zu erleben: An beiden Tagen gibt es ab 10 Uhr bei freiem Eintritt Einblicke in die Zeitungs- und Medienwelt und dazu ein umfangreiches Programm im neugestalteten Innenhof. Führungen im Gebäude sind am Samstag und am Sonntag jeweils für 10.30 und 13 Uhr sowie 15 und 17 Uhr angesetzt. Drinnen werden zudem Bilder und Filme sowie Erklärungen zum Gebäude und dessen Umbau gezeigt.

Wer eine Stärkung sucht, wird je nach Vorliebe beim Kaffee- und Kuchenverkauf oder beim Pizzaverkauf fündig. Anstoßen kann man im lauschigen, neugestalteten Innenhof. Für den Nachwuchs steht ab 14 und bis etwa 17 Uhr Kinderschminken auf dem Programm. Fürs musikalische Drumherum hat GE-Media gleich mehrere interessante Musiker verpflichtet. Den Anfang macht am Samstagabend ab 20 Uhr Emmy d'Arc. „Die Welt verändert sich ein bisschen, wenn man Musik hört“, findet die 26-Jährige.

Hier eine musikalische Kostprobe von Emmy d'Arc.

Und jeder, der die Frau, die mit richtigem Namen Ineke Tiolants heißt, bei der Arbeit sieht, weiß, was sie damit meint. Emmy stammt aus Hasselt und wuchs mit einer Gitarre in der Hand auf. Als Kind bewunderte sie Bruce Springsteen, Eddie Vedder, Johnny Cash und Sinéad O'Connor. 2019 unterzeichnete sie einen Plattenvertrag mit Universal Music Belgium und brachte ihre eigene EP raus. Manch einer findet, die charismatische Emmy D'Arc sei die weibliche Version von Neil Young, andere fühlen sich an Melissa Etheridge erinnert.

Musikalisch geht es auch am Sonntag weiter. Adrian Cormann aus Eynatten, der bis Mai im TV bei der Sat-1-Show „The Voice Kids“ gezeigt hat, welches unglaubliche Stimmtalent er hat, tritt um 14 Uhr und ein weiteres Mal um 16 Uhr auf. Der 15-Jährige hat sich das Singen selbst beigebracht. Sein unverwechselbares Timbre hat Millionen Fernsehzuschauer berührt und Gesangstrainer auf Youtube zu Reaction-Videos bewegt.

Um 14.20 und 16.20 Uhr gibt es im Innenhof ein Wiedersehen mit Anke Filbrich und Luc Marly. Die Eupener Jazzsängerin und der Direktor der Musikakademie der Deutschsprachigen Gemeinschaft hatten gemeinsam schon beim zweiten GrenzEcho-Couchkonzert im Sommer 2018 für Gänsehautmomente gesorgt.

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