Bei dem Vorwurf gegen Präsident Mohamed Bazoum, der seit dem 26. Juli von der Präsidialgarde festgehalten wird, handele es sich um „eine reine, kindische und groteske Lügenerfindung, die jeglicher Grundlage entbehrt“, teilte die Partei PNDS am Dienstag mit. Sie forderte ihre Anhänger sowie „alle Demokraten“ zu Demonstrationen auf.
Der westafrikanische Staatenbund Ecowas, der mit Gewalt droht, falls die Putschisten Bazoum nicht wieder einsetzen, hatte die Ankündigung zuvor als „neue Form der Provokation“ bezeichnet. Das Vorgehen stehe im Widerspruch zu der vorgeblichen Bereitschaft der Militärbehörden, die verfassungsmäßige Ordnung mit friedlichen Mitteln wiederherzustellen, erklärte der Staatenblock am Montagabend.
Nigers neue Machthaber hatten in der Nacht zu Montag angekündigt, Bazoum wegen Hochverrats anzuklagen. Hochverrat kann im Niger mit dem Tod bestraft werden. Am Sonntag hatte sich die Junta im Niger nach eigenem Bekunden noch offen für Verhandlungen mit der Ecowas gezeigt.
Vor fast drei Wochen hatten Militärs Bazoum für entmachtet erklärt, die Verfassung ausgesetzt und anschließend eine eigene Übergangsregierung ernannt. Die Ecowas-Staatschefs beschlossen vergangene Woche neben weiteren Bemühungen um eine diplomatische Lösung auch die Aktivierung einer gemeinsamen Militärtruppe, um die verfassungsmäßige Ordnung im Niger wieder herzustellen. (dpa/calü)

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