Ebenso wie die Regierung teile auch die CSP die Einschätzung, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung des Fachkräftemangels politisch angegangen werden müsse. Eine Ausbildungsförderung könne dazu einen wichtigen Beitrag leisten – jedoch blieben bei DuO in seiner aktuellen Form einige wesentliche Aspekte unklar. Es wirke, als habe die Regierung mit heißer Nadel gestrickt, um das System zum kommenden Schuljahr zu etablieren. Die CSP-Fraktion hätte sich gewünscht, dass in dieser wichtigen Angelegenheit weniger Eile am Werk gewesen wäre, heißt es in der Mitteilung weiter. Stellenweise wirke das System unausgereift: So sei aktuell beispielsweise noch nicht verbindlich klar, wie überprüft werden solle, ob während der zehn Jahre nach Studienabschluss auch tatsächlich fünf Jahre lang in Ostbelgien gearbeitet wurde. Und davon hänge immerhin ab, ob die Fördergelder zurückgezahlt werden müssten oder nicht. Die Grenznähe unserer Region berge zudem „Risiken für Unklarheiten und Grauzonen“, ob wirklich in Ostbelgien gearbeitet wurde. Laut DuO sei der Arbeitsvertrag entscheidend: Sofern das Unternehmen im deutschen Sprachgebiet beheimatet sei, gelte der Arbeitnehmer als in Ostbelgien beschäftigt. „Klingt einfach – ist es aber praktisch nicht immer“, warnt die CSP. Wer beruflich ins Ausland pendele, arbeite kurioserweise in Ostbelgien, sofern das arbeitgebende Unternehmen im deutschen Sprachgebiet residiere. Wer hingegen bei einem ausländischen Unternehmen angestellt sei, müsse nach Ablauf der Zehnjahresfrist zurückzahlen, auch wenn er unentwegt im deutschsprachigen Ostbelgien gearbeitet haben sollte. Und wer in der frankofonen Industriezone von Malmedy beschäftigt sei, müsse ebenfalls zurückzahlen; Er arbeite zwar im Osten Belgiens, aber nicht im deutschsprachigen Ostbelgien.
„DuO ist bereits heute ein komplexes System. Diese Komplexität wird durch die angekündigten Bestimmungen durch Regierungserlasse noch weiter steigen und zu einem erheblichen Mehraufwand für die Verwaltung führen. Einen bürokratischen Moloch kann niemand wollen – weder Regierung oder Ministerium noch IAWM, AHS oder die Sekundarschulen“, wird Stephanie Pauels, CSP-Abgeordnete im PDG-Bildungsausschuss zitiert. Für die Bezuschussten stelle die Förderung eine ernst zu nehmende finanzielle Verpflichtung dar, die nicht unterschätzt werden sollte. Wer eine Förderung beziehe, nach dem ersten Jahr jedoch merke, dass die Ausbildung nicht das richtige sei und daraufhin einen Nicht-Mangelberuf anstrebe, der müsse 4.200 Euro zurückzahlen. Erfolge dieser Sinneswandel nach dem zweiten Ausbildungsjahr, seien es 8.400 Euro. Und wer nach drei Jahren Ausbildung durch die Gesellenprüfung falle und daraufhin sein Studium unvollendet abbreche, der bleibe auf einem Schuldenberg von 12.600 Euro sitzen. Wurde ein Ausbildungsjahr gedoppelt seien es sogar fast 17.000 Euro, rechnet Stephanie Pauels vor.
Angesichts der finanziellen Auswirkungen des Systems hätte sich auch CSP-Politiker Colin Kraft, laut Mitteilung, eindeutige Erwartungen und Bezugspunkte gewünscht. (red/kupo)

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