Der irische Regierungschef Leo Varadkar warnte die britische Regierung davor, die Brexit-Abstimmungen abzusagen. May will am Dienstag eigentlich dem Parlament in London das mit Brüssel ausgehandelte EU-Austrittsabkommen vorlegen. Sollte es abgelehnt werden, will sie die Parlamentarier vor die Wahl zwischen einem Ausscheiden ohne Deal und einer Verschiebung des Brexits stellen. Noch am Montag sei dazu eine schriftliche Stellungnahme Mays geplant, sagte ein Regierungssprecher. Ein Kabinettsmitglied werde sich zudem dazu im Parlament äußern. May wollte nach Angaben des irischen Außenministers Simon Coveney noch am Montag zu Last-Minute-Gesprächen nach Straßburg fahren. Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte zu den Berichten über die May-Reise, das hänge von Fortschritten in den laufenden Gesprächen ab. „Ich höre Spekulationen, dass die Abstimmungen abgesagt werden könnten zugunsten eines neuen Votums mit dem Ergebnis, dass das Unterhaus der EU sagt, was es will“, sagte Varadkar am Montag in Dublin. „Es ist viel zu spät für Großbritannien, um uns zu sagen, was sie wollen.“ Das Austrittsabkommen sei bereits ein Kompromiss. Angesichts der drohenden Niederlage wachsen die Spekulationen, May könnte am Dienstag nicht über das vorliegende Abkommen, sondern über eine Wunsch-Version abstimmen lassen. Einzelne Abgeordnete aus ihrer Partei drohten May für diesen Fall mit einer Revolte. Ein Regierungssprecher widersprach den Berichten. Was genau den Abgeordneten am Dienstag vorgelegt werden soll, sagte er aber nicht. Trotz einer Blockade in den Brexit-Gesprächen hofft die EU-Kommission immer noch auf eine Ratifizierung des Austrittsvertrags mit Großbritannien vor dem 29. März. Nun sei das britische Parlament am Zuge, diese Woche wichtige Entscheidungen zu treffen, sagte Kommissionssprecher Margaritis Schinas in Brüssel. Man sei „jederzeit offen für weitere Treffen der Unterhändler“. Auch am Montag telefonierten Kommissionschef Jean-Claude Juncker und May. (dpa)

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