USB-C für alle: Europaparlament stimmt für einheitliches Ladekabel

<p>Ein Kabel mit USB-C-Anschluss.</p>
Ein Kabel mit USB-C-Anschluss. | Foto: dpa

Um gesetzliche Vorgaben wurde schon lange gerungen. Vor mehr als zehn Jahren brachte die Kommission die Ladekabelfrage erstmals auf den Plan. 14 Hersteller - unter ihnen auch Apple - einigten sich in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile. Bei den Buchsen in Smartphones und Tablet-Computern blieben von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: USB-C, Apples Lightning-Anschluss sowie Micro-USB.

Vehemente Kritik äußerte der der deutsche Software-, IT- und Digital-Branchenverband Bitkom. Das Vorhaben laufe dem Grundsatz der Technologieoffenheit zuwider, hieß es. „Innovationen etwa bei Ladedauer oder Datenübertragung werden damit politisch ausgebremst“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Dem widerspricht die Grünen-Abgeordnete Anna Cavazzini. „Anders als manche Lobbyisten behaupten, ist die Einigung zum einheitlichen Ladekabel offen für Innovation.“ Sollte es künftig einen besseren Anschluss geben, könne USB-C abgelöst werden - aber nur durch einen neuen einheitlichen Standard.

Neben Mobiltelefonen fallen nun auch zahlreiche weitere Geräte unter die neuen Regeln. Dazu zählen etwa Tablets, Digitalkameras, Kopfhörer, Lautsprecher, E-Reader, Tastaturen und Mäuse. Für Laptops gelten die Regeln ab dem Frühjahr 2026. Nach Angaben des EU-Parlaments sollen die neuen Leitlinien dazu führen, dass Verbraucher in der EU 250 Millionen Euro pro Jahr einsparen, weil unnötige Ladegerätekäufe vermieden würden.

Zudem soll künftig bereits beim Kauf klar werden, ob ein Gerät mit oder ohne Ladekabel verkauft wird. Darüber hinaus soll durch spezielle Etiketten leichter festgestellt werden, ob bereits vorhandene Ladegeräte mit dem Endgerät kompatibel sind. „So wird es dem Kaufpublikum auch ermöglicht, fundiert zu entscheiden, ob es nötig ist, mit einem neuen Gerät auch ein neues Ladegerät zu kaufen“, teilte das EU-Parlament mit. (dpa/calü)

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