Auf Hochglanz gebracht: Eröffnung des Königlichen Museums Antwerpen

<p>Die Hochglanz-Ausstellungsräume reflektieren die Kunstwerke.</p>
Die Hochglanz-Ausstellungsräume reflektieren die Kunstwerke. | Foto: belga

Dabei ist im Innern des Altbaus ein moderner Erweiterungsbau mit zehn Hochglanz-Ausstellungsräumen entstanden. Der Clou: Eine 40 Meter lange Himmelstreppe. Nach 11-jähriger Schließung öffnet das belgische Spitzenmuseum an diesem Samstag wieder seine Türen.

Als „dematerialisiert“ beschreibt Dikkie Scipio des preisgekrönten niederländischen Architekturbüros Kaan Architecten den Neubau. Damit spielt sie auf den Kontrast zum Altbau an mit seiner Eichenvertäfelung und den pompejanisch rot und olivgrün gestrichenen Wänden. In dem Erweiterungsbau, der aus vier Innenhöfen des ursprünglichen Museums entstanden ist, ist alles strahlendweiß und durch 198 Dachkuppeln blendend hell. Besonders spektakulär ist die sogenannte rund 40 Meter lange Himmelstreppe in den vierten Stock: 89 Stufen, die schier endlos in die Höhe führen.

Das KMSKA ist mit fast 6.000 Werken eines der bedeutendsten Museen Belgiens. In seinen Sammlungen aus sieben Jahrhunderten befinden sich Werke flämischer Meister, darunter Peter Paul Rubens, Jan van Eyck und Pieter Bruegel sowie Klassiker der Moderne, unter anderem René Magritte und James Ensor, von dem das Museum die größte Sammlung weltweit besitzt. Etwa 600 Werke werden in den zehn Ausstellungsräumen thematisch präsentiert, durch die das 1890 eingeweihte Museum auf über 20.000 Quadratmeter angewachsen ist.

Auch der Altbau wurde komplett renoviert wie das Fischgrätparkett, die vergoldeten Friese und die warmroten Wände des Rubenssaals, in dem monumentale Altarbilder des Malers hängen. Man habe ihn in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt, erklärte die Architektin. Neues gibt es dennoch: So hängt jetzt den Altmeistern so mancher Zeitgenosse gegenüber wie der „Thronenden Madonna mit dem Christuskind“ von Jean Fouquet Bilder von Marlene Dumas und Luc Tuymans. Ein Zeitensprung von über 500 Jahrhunderten.

Der Kontrast zwischen Alt und Neu kann kaum größer sein. Doch wie die Architektin meinte, ist das Museum mit seinen riesigen Altarbildern von Rubens und der neoklassizistischen Fassade „ein superstarkes Gebäude“, dem man eine Architektur hinzufügen wollte, die „genauso stark ist, aber völlig anders“. (dpa/sue)

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