Eupen
Eine der Besonderheiten des Meakusma Festivals ist es, dass das Stadtbild während des Wochenendes stark verändert daherkommt. Dies liegt nicht nur daran, dass die Besucher aus der ganzen Welt anreisen, um in Eupen den Abschluss des Sommers zu feiern, sondern auch daran, dass neben dem Kulturzentrum Alter Schlachthof auch in der ganzen Stadt verteilt Spielorte des Festivals zu finden sind: Friedenskirche, Ikob – Museum für zeitgenössische Kunst, Galerie vorn und oben, Jünglingshaus, Eupen Plaza und Studio Néau im Park Loten beheimaten besondere Programmpunkte, die man auch alle, teils kostenlos, besuchen kann.
Die Galerie vorn und oben stellt zwei „begehbare“ Klanginstallationen aus. Mika Oki präsentiert das Parhelion, eine künstliche Blackbox, in die sich die Besucher begeben können. Drinnen erwartet sie eine intensive Mischung aus Sound, Licht und Nebel, die Raum und Zeit vergessen lassen. Wie eine „Reise“ über ein Wolkenmeer ist Parhelion eine immersive Erfahrung, die die Sinne stört und Bilder aus dem Unterbewusstsein hervorruft. Ebenfalls in der Galerie vorn und oben wird Daniel Jodocy den Soundboxgarden ausstellen. Jodocy stammt aus Ostbelgien, zog aber 1997 nach New York. Er hat mit Künstlern wie Q Tip, John Zorn, Art Baron und vielen anderen zusammengearbeitet. Er arbeitet auch für David Byrnes Show American Utopia am Broadway. Jodocy ist Artist-in-Residence beim Meakusma Festival und wird sein Projekt Soundboxgarden vorstellen, bei dem Instrumente sich selbst spielen und ihre sinnliche Natur offenbaren. Beide Installationen sind über das gesamte Wochenende kostenlos zugänglich.
Meakusma wird in diesem Jahr auch die Pop-Up Eventlocation im Eupen Plaza bespielen. Am Samstag sind Elisa Kühnl (20 Uhr), eine Klangkünstlerin aus Köln, die ihre Stimme als ausdrucksstarkes Instrument nutzt sowie das renommierte Splitter Orchester (20 Uhr 30) zu sehen. Am Sonntag tritt das Splitter Orchester ein weiteres Mal auf (16 Uhr). Zuvor gibt der Ostbelgier Paul Pankert ein Konzert (14.30 Uhr). Paul Pankert studierte Violine an den Konservatorien von Lüttich, Düsseldorf und Maastricht. Seine musikalische Tätigkeit konzentriert sich seit über zwei Jahrzehnten vor allem auf die Aufführung zeitgenössischer und barocker Musik; derzeit widmet er sich verstärkt der Komposition. Die Darbietungen vom Splitter Orchester und von Paul Pankert werden gemeinsam mit dem Ostbelgien Festival präsentiert. Für beide Tage im Eupen Plaza gibt es Tickets über die Webseite des Ostbelgien Festivals: www.obf.be.
Im Ikob gibt es Freitag und Samstag Konzerte zu hören. Freitag spielt Frédéric Le Junter (17 Uhr). Mit selbstgebauten Instrumenten und mechanischen Klangmaschinen liefert Le Junter sowohl einen einzigartigen Sound als auch eine eindrucksvolle visuelle Installation. Im vorigen Jahr spielte er beim Tectonics 2021, dem Festival für Neue und experimentelle Musik des BBC Scottish Symphony Orchestra. Samstag gibt es Konzerte des Schlagzeugers Eric Thielemans (12 Uhr), des mexikanischen Komponisten, Klangkünstlers, Perkussionisten und Vibraphonisten Emilio Gordoa (12.30 Uhr), des elektronischen Musikers Aymeric De Tapol (13.30 Uhr) sowie von den Musikerinnen, Künstlerinnen und Instrumentenbauerinnen Maika Garnica und Aiko Devriendt. Alle Darbietungen bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Musik und oftmals wird nicht nur dem Ohr, sondern auch dem Auge etwas geboten. Während des gesamten Festivals gibt es die Klanginstallation Sweet Zenith von Nika Schmitt zu sehen, die mit Sound und Licht arbeitet. Zudem ist der Audio Guide Head and Phones, Land and Scape, Night or Day, All One Shape von David Helbich im Ikob erhältlich. Das Programm im Ikob ist kostenlos zugänglich.
Nicht fehlen dürfen auch die Konzerte in der Friedenskirche, die mittlerweile Tradition beim Festival haben. Los geht es am Freitag mit Delphine Dora (14 Uhr), einer französischen Künstlerin, die bereits auf Meakusma veröffentlicht hat und die auf der Kirchenorgel spielen wird. Seit mehr als zehn Jahren entwickelt sie ein intimes und vielfältiges musikalisches Universum, das an der Kreuzung verschiedener musikalischer Genres angesiedelt ist, von Folk über minimalistische Musik bis Elektroakustik.
Um 15 Uhr folgt ein Orgelkonzert des klassischen Pianisten Simon James Phillips. Der Musiker und Komponist ist unter anderem in Bereichen wie Neue und experimentelle Musik, Klassik, nicht-westliche Musik, Improvisation und elektronische Musik zu Hause und ist in Ensembles und Orchestern rund um den Globus aktiv. Für die Konzerte sind, so lange der Vorrat reicht, Tickets vor Ort für 15 Euro erhältlich. Es empfiehlt sich früh zu kommen. Sonntag wird das Projekt Lilly Joel Plays The Organ vorgestellt. Dahinter verbergen sich die Musiker Lynn Cassiers und Jozef Dumoulin, die im Frühling eine mehrtägige Künstlerresidenz in Eupen gemacht haben und das Resultat ihrer Arbeit beim Festival präsentieren. Im Anschluss Robyn Schulkovsky & Gebrüder Teichmann, wo neben der Orgel auch Percussions zum Einsatz kommen. Schulkovsky arbeitete bereits mit Legenden wie Karlheinz Stockhausen, Iannis Xenakis, Morton Feldman. Gebrüder Teichmann sind Ende der 80er Jahre aktiv und sowohl in der Welt der Club- als auch der Experimentalmusik zu Hause. Das Jünglingshaus ist erstmals Teil des Festivals. Mit The International Nothing (psycho-akustisches Klarinetten Duo), Micaela Tobin (Experimente mit Stimme und zeitgenössische Oper) sowie Andrea Parkins & Biliana Voutchka (Violine und Elektroakustik) dürfen sich die Besucher am Freitag ab 20 Uhr auf hochwertige zeitgenössische Musik von absoluten Experten in ihren jeweiligen Gebieten freuen. Am Samstag, um 11 Uhr spielt Simon James Phillips ein Solo-Piano-Konzert. Tickets können über die Webseite vom KultKom, die als Partner der Konzerte auftreten, erworben werden: www.kultkom.be.
Am Studio Néau gibt es während des Festivals Radioprogramm: Interviews, Radiosendungen und kleinere Konzerte. Das Programm ist online auf www.studioneau.be zu hören, wird aber auch über Lautsprecher in angemessener Lautstärke in den Park Loten übertragen. Für die Konzerte und Darbietungen im Kulturzentrum Alter Schlachthof und auf der Außenbühne gibt es auf der Webseite des Veranstalters noch Tagestickets für alle Tage. (red/hegen)

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