Schwierige Situationen in Austauschgruppen gemeinsam meistern

<p>Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen gibt es Unterstützung.</p>
Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen gibt es Unterstützung. | Illustration: dpa

Hinzu kommt häufig, dass Betroffene sich von Freunden oder Verwandten nicht verstanden fühlen. Hier hilft vielen Menschen der Austausch mit anderen Betroffenen. In dieser Situation ist es eine große Hilfe zu hören: „Ja, das kann ich nachvollziehen“. Die Erfahrung, mit seinem Problem nicht allein zu sein und von anderen verstanden zu werden, ist ein erster Schritt zur Verbesserung der persönlichen Lebenssituation.

Trotzdem zögern viele Menschen noch, das Angebot einer Austauschgruppe in Anspruch zu nehmen. Einerseits ist es vielleicht die Scham, sich vor anderen zu öffnen und sich dadurch verletzlich zu machen. Andererseits ist der Alltag mit seinen besonderen Herausforderungen oft hektisch und voller Termine. Da bleibt nur wenig Zeit für die eigenen Bedürfnisse.

Für viele lohnt es sich jedoch, den ersten Schritt zu wagen und die Hilfe zur Selbsthilfe anzunehmen. „Wir haben lange überlegt, ob wir uns trauen sollen, in einer Gruppe unsere Geschichte zu erzählen. Doch es war die beste Entscheidung. Ohne die Unterstützung und den Rückhalt der Gruppe hätten wir den Schritt nie gewagt, der unseren Alltag so erleichtert hat“, berichtet eine Mutter aus der Austauschgruppe für Eltern von hochbegabten Kindern.

Auch für René Thomas sind die regelmäßigen Treffen der Parkinson-Austauschgruppe ein „unverzichtbarer Lichtblick im manchmal grauen Alltag, von dem wir noch viele Tage danach zehren und profitieren. Kraft, Mut und Freude teilen wir mit allen bei jedem Zusammensein. Das Motto lautet: Die Vergangenheit verarbeiten, die Gegenwart in einem möglichen Rahmen genießen und sich tapfer auf die Zukunft einstellen. Wir pflegen inzwischen auch außerhalb der Treffen enge Kontakte und unterstützen uns gegenseitig.“

In unseren Austauschgruppen spricht man sich nicht nur seine Sorgen von der Seele, hier schließen sich Menschen zusammen, die einander helfen, sich Halt und Orientierung geben. Sie tauschen wertvolle Informationen und praktische Tipps aus und helfen sich gegenseitig, sich in unserem komplexen Gesundheitssystem zurechtzufinden. Austauschgruppen sind somit eine sinnvolle Ergänzung zu professionellen Hilfsangeboten und bilden einen wichtigen Bestandteil des Sozial- und Gesundheitssystems. Auch Ärzte, Therapeuten und Praxen haben den positiven Einfluss dieser Angebote auf das Wohlbefinden der Betroffenen erkannt und schätzen und unterstützen diese kostenfreien Angebote.

Aktuell bietet der Patienten Rat und Treff Austauschgruppen in folgenden Bereichen: Parkinson, Angehörige von Menschen mit Demenz, Fibromyalgie, Sarkoidose, Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen, Eltern von hochbegabten Kindern, Eltern von Kindern mit Autismus Spektrum Störungen, Hörgeschädigte, Rheumatoide Arthritis. Bei Interesse wenden Sie sich gerne an das Team des Patienten Rat und Treffs unter 087/55 22 88 oder info@patientenrat.be. Auch die Gründung neuer Austauschgruppen ist möglich. (red/sc)

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