Der deutsche Radrennfahrer Lennard Kämna (BORA - hansgrohe) gewann am Dienstag bei der 105. Auflage des Giro d’Italia die vierte Etappe – gleichzeitig die erste auf italienischem Boden, nachdem das Peloton zum Auftakt drei Tage lang in Ungarn unterwegs gewesen war. Der 25-Jährige setzte sich nach 172 Kilometern auf dem 1892 Meter hohen Vulkan vor dem spanischen Mitausreißer Juan Pedro Lopez (Trek-Segafredo) durch, der das Rosa Trikot vom Niederländer Mathieu Van der Poel (Alpecin-Fenix) übernahm. Van der Poel erreichte den Ätna mit 22:54 Minuten Rückstand auf Kämna und fiel auf den 91. Platz zurück.
Sylvain Moniquet treibt seinen Landsmann Vansevenant an
Lange Zeit hoffte ein Belgier auf die Gesamtführung: Mauri Vansevenant (Quick-Step Alpha Vinyl) belegte letztlich zeitgleich mit Sylvain Moniquet (Lotto Soudal) mit 2:12 Minuten Rückstand auf den Sieger den fünften Platz, Moniquet wurde Vierter. Vansevenant mischte in der Spitzengruppe mit – die zwischenzeitlich einen Vorsprung von über elf Minuten herausfuhr – und verdiente sich im Sprint zwei Bonussekunden, hielt aber am Ende nicht mehr mit. Ausgerechnet sein Landsmann Sylvain Moniquet trieb ihn im Endspurt weiter an. Mit 1:47 Minuten Rückstand liegt Vansevenant im Gesamtklassement als Fünfter sehr gut im Rennen.
Vorne sprintete Juan Pedro Lopez der Konkurrenz davon, einzig Lennard Kämna blieb dem Spanier auf den Fersen und holte ihn 2,6 Kilometer vor dem Ziel wieder ein. Und ihm Sprint hatte der Deutsche das bessere Ende für sich. „Ich hatte fast gedacht, ich habe es verloren“, sagte Kämna zum dramatischen Etappenende, als Lopez sich kurzfristig abgesetzt hatte. „Doch ich habe ihn eingeholt und konnte mich vor dem Sprint erholen“, sagte er: „Ich bin sehr, sehr glücklich. Dieser Sieg nimmt viel Druck.“ In der Gesamtwertung ist Kämna mit nur 39 Sekunden Rückstand auf Lopez Zweiter.
Tom Dumoulin fällt zurück
Als einer der Favoriten fiel auch der Niederländer und seitherige Drittplatzierte Tom Dumoulin (Jumbo-Visma) im Gesamtklassement zurück. Der niederländische Giro-Sieger von 2017 musste rund 8,5 Kilometer vor dem Ziel die anderen Favoriten ziehen lassen und kann seine Siegesambitionen ad acta legen. „Ich habe nicht mehr die Kraft von früher", sagte er mit Blick auf 9:10 Minuten Rückstand auf den deutschen Sieger.
Im Kolumbianer Miguel Angel Lopez (Astana Qazaqstan), als Dritter des Giros in 2018 durchaus ein Kandidat für das Schlusspodium, gab kurz nach dem Start der vierten Etappe ein weiterer Fahrer auf. Der 28-Jährige hatte in den vergangenen Tagen an einer Verletzung der linken Hüfte gelitten und ist nach dem Slowenen Jan Tratnik (Bahrain Victorious) der zweite der 176 Starter, die den Giro vorzeitig abbrechen.
Die fünfte Etappe von Catania, der zweitgrößten Stadt auf Sizilien, in die Hafenstadt Messina könnte am Mittwoch wieder den Sprintern um ihren König Mark Cavendish gehören, wenn sie den Anstieg der zweiten Kategorie zum Portella Mandrazzi überstehen. Am Donnerstag geht es dann aufs italienische Festland. (belga/sid/dpa/leo)

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