Für die betroffene Person und ihr familiäres Umfeld, Ehe- oder Lebenspartner und Kinder beginne damit die Suche nach Mitteln und Wegen, um die Zeit zurückzudrehen, um die vorherige Beziehungs- und Verhaltensweise wieder herzustellen. „Das bewirkt Druck und Stress, dem die betroffene Person versucht so gut wie sie kann, manchmal auf aggressive oder apathische Art zu entgehen und zu entgegnen. Das ist die Zeit der Missverständnisse, der Konflikte und der gegenseitigen Vorwürfe“, so die Alzheimer-Liga.
Das Fortschreiten der Krankheit und vor allem die Verhaltensauffälligkeiten machten die Beratung des Hausarztes oder Spezialisten absolut notwendig. „Aber was kann man tun, wenn es keine heilende Medikamente gibt? Nun heißt es zu lernen, mit der Entwicklung dieser chronischen Krankheit zu leben“, heißt es weiter.
Trauer, Zorn und Entmutigung stellten sich ein und erschwerten bei der Person mit Demenz, dem begleitenden Angehörigen und dem familiären Umfeld, diesen „Schicksalsschlag“ zu akzeptieren. „Wie kann ich damit umgehen? Wie kann ich verhindern, dass sich dieser Zustand der Betroffen verschlimmert? Was habe ich falsch gemacht? Wer, was kann mir helfen damit fertig zu werden?“, lauten einige Fragen, die die Liga aufwirft. Diese Fragen der Angehörigen (sowie mancher Kranker im Anfangsstadium) seien motiviert durch Schuldgefühle, Vertrauensverluste und Befürchtungen bis hin zur körperlichen Einsatzgrenze. „Die Begegnung und der Austausch mit ‚echten Leidensgenossen’ in einem Alzheimer-Café scheint für die Menschen, ‚die es wagen’, ein unerwartetes Erlebnis der besonderen Art“, so die Vereinigung.
Die gegenseitige und selbstverständliche Mithilfe durch praktische Tipps, Informationen und Erfahrungen und auch der gute Kaffee und die entspannte Atmosphäre würden dazu beitragen, sich „hier und jetzt“ wohlzufühlen. Die Krankheit werde dadurch nicht geheilt; aber das Gefühl der Hilflosigkeit, der Einsamkeit und der Ohnmacht klinge ab und lasse Platz für Hoffnung, Mitgefühl und die Überzeugung „Gemeinsam werden wir es schaffen, trotz Demenz“. (red/svm)
Das nächste Alzheimer Café findet am Freitag (22. April), von 14 bis 16 Uhr, im Haus der Begegnung, Kirchgasse 2 in Eupen, statt.
Um vorherige telefonische Anmeldung unter 087 552651 oder per E-Mail unter alostbelgien@gmail.com wird gebeten.
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