Mit einem beeindruckenden Sprint auf dem Paterberg setzte er sich von der Konkurrenz ab. Nur sein französischer Teamkollege Christophe Laporte konnte dem belgischen Meister folgen. Im Ziel überquerten Wout Van Aert und Christophe Laporte Arm in Arm die Ziellinie. Die Rennjury erklärte den belgischen Meister nach Sichtung der Rennaufnahmen zum Gesamtsieger. Vorjahressieger Kasper Asgreen aus Dänemark blieb nur der zehnte Platz. „Ich hatte nicht die Beine, um mitzukommen“, gab Asgreen gegenüber „Sporza“ mit Blick auf den langen Spurt von Van Aert und Laporte zu.
„Ein Rennen wie E3 Classic Harelbeke hat keine Geheimnisse. Das war auch in diesem Jahr der Fall. Wir haben eine fantastische Mannschaftsleistung gezeigt. Mir fehlen fast die Worte, um es zu beschreiben. Leider verloren wir Tosh Van der Sande fast unmittelbar nach dem Start, so dass wir nur noch sechs Fahrer waren. Dennoch konnten wir das gesamte Rennen mit dem Team kontrollieren und haben es unglaublich gut gestaltet. Der Plan war, es am Paterberg zu versuchen, und das ist auch passiert", sagte Van Aert.
Vom Paterberg aus waren es noch 42 Kilometer bis zum Ziel, und der Oude Kwaremont mit seinem 2,2 Kilometer langen, bis zu elf Prozent steilen Anstieg war noch zu bezwingen. Van Aert und Laporte mussten zu zweit gegen eine ganze Gruppe kämpfen. „Wir mussten zunächst kämpfen, um einen komfortablen Vorsprung zu erreichen. Auf dem Oude Kwaremont war ich vielleicht ein bisschen zu enthusiastisch und hätte Christophe beinahe vom Rad gestoßen. Dann habe ich mich ein wenig zurückgehalten. Ich wusste, als wir mit zwei Fahrern die Karnemelkbeekstraat erreichten, war es so gut wie vorbei. Das war dann ein kleines Vergnügen, auch wenn wir noch kräftig in die Pedale treten mussten.“
„Das ist eine gute Ausgangsposition für das, was kommt, aber bald werden weitere Spitzenfahrer zu uns stoßen, was die Sache nicht einfacher macht. Was mir in Erinnerung bleibt, ist, dass wir eine sehr starke Mannschaftsleistung abgeliefert haben. Das gibt mir Zuversicht für Gent-Wevelgem an diesem und sicherlich auch für die Flandern-Rundfahrt am kommenden Sonntag“, sagt Van Aert.
Auch Matteo Trentin freut sich auf Sonntag
Gent-Wevelgem gehört zu den klassischen Eintagesrennen, die 250 Kilometer lange Strecke hat anders als die meisten flämischen Frühjahrsklassiker ein relativ flaches Profil. Van Aert ist nach seinem Sieg im vergangenen Jahr Titelverteidiger. Zu seinen ärgsten Konkurrenten bei der 84. Auflage dürfte der Italiener Matteo Trentin zählen. Der 32-Jährige war bei Paris-Nizza gestürzt und hatte das französische Etappenrennen vorzeitig aufgegeben. Am Sonntag will er wieder angreifen. Auch Trentin liegt die Strecke, auf der er 2020 und 2021 jeweils gewann.
„Ich bin froh, dass ich endlich wieder Rennen fahren kann. Nach meinem Sturz und der Aufgabe bei Paris-Nizza habe ich das Fahrrad so gelassen, wie es war. Tag für Tag spürte ich, wie es mir besser ging. Natürlich verpasste ich eine Trainingsphase, so dass ich am Sonntag nicht wieder topfit sein werde. Aber ich kenne Gent-Wevelgem und die weiteren kommenden Rennen sehr gut. Ich verlasse mich also ein wenig auf meine Erfahrung. Vergangenes Jahr stand ich in Gent-Wevelgem auf dem Podium, und ich weiß, dass dieses Rennen gut zu mir passt. Es ist also ideal, den Wettbewerb dort fortzusetzen“, blickt Matteo Trentin voraus. (belga/leo)
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