Trotz Corona: Französischkenntnisse der DG-Schüler sind „gut und stabil“

<p>Delf steht für „Diplome d’étude en langue française“ und misst die Französischkenntnisse: Insgesamt 1.295 DG-Schüler wurden getestet.</p>
Delf steht für „Diplome d’étude en langue française“ und misst die Französischkenntnisse: Insgesamt 1.295 DG-Schüler wurden getestet. | Illustrationsbild: dpa

Insgesamt 1.295 Schüler (92 % aller Schüler der besagten Jahrgänge) und 72 Lehrlinge unterzogen sich der DELF-Testung, die durch die Alliance Française Bruxelles-Europe durchgeführt wurde. Getestet wurden nicht nur das Hör- und Leseverständnis sondern auch der mündliche und schriftliche Ausdruck. Insgesamt 78,26 % der Teilnehmer (79,50 % in 2019), die alle Prüfungsteile abgelegt haben, bestanden den Test und erhielten ein offizielles Sprachenzertifikat.

In den Primarschulen ist das Ergebnis im Vergleich zu 2019 fast gleich geblieben. Acht von zehn Primarschülern erreichen somit am Ende ihrer Primarschullaufbahn das angestrebte Französischniveau. Nachdem die Resultate in der Kompetenz Hörverständnis im Jahr 2019 stark eingebrochen sind, war im letzten Schuljahr eine äußerst positive Entwicklung festzustellen. Viele Schulen haben in den letzten beiden Jahren an dieser Kompetenz verstärkt gearbeitet. Die Primarschüler schneiden in den Ausdrucksprüfungen (Sprechen, Schreiben) allgemein besser ab als in den Verständnisprüfungen (Hör- und Leseverständnis). Der Mittelwert der Ergebnisse der Schüler in der Primarschule liegt bei 67,74 %, ebenfalls gleichbleibend im Vergleich zu 2019, als er bei 67,99 % lag. Der Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft schloss besser ab als der Norden. Hier war der Unterschied deutlicher als 2019. Schüler, die auch außerhalb der Schule mit der französischen Sprache in Kontakt kommen, schneiden deutlich besser ab.

In der Sekundarschule des technischen Befähigungsunterrichtes und des berufsbildenden Unterrichtes (Sprachniveau B1) erhielten rund 70 % der Schüler das Sprachzertifikat. Der Umfang des Französischunterrichts in diesen Abteilungen ist geringer als in im allgemeinbildenden und technischen Übergangsunterrichtes. Während der Kompetenzbereich Hörverständnis sich im Vergleich zur letzten Testung deutlich verbessert hat, haben die Leistungen im Kompetenzbereich schriftlicher Ausdruck nachgelassen. Die Schüler schlossen im Durchschnitt mit 61,37% etwas schlechter ab als bei der letzten Erhebung 2019. Wie schon damals schnitten die Schüler des technischen Befähigungsunterrichtes (69,28 %) in allen Bereichen signifikant besser ab als die Schüler des berufsbildenden Unterrichtes (54,55 %).

Von den Sekundarschülern des allgemeinbildenden und technischen Übergangsunterrichtes (B2) erhielten 83,51 % das Sprachenzertifikat. In 2019 waren es 80,42 %. Das Leseverständnis in den Sekundarschulen hat sich seit 2019 deutlich verbessert, der Gesamtmittelwert mit 67,24 % gegenüber 66,16 % in 2019 hingegen nur leicht. Der Norden und Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben sich in den letzten beiden Jahren angenähert. Während der Norden mit 66,33% etwas besser als 2019 abschloss, verschlechterte sich der Süden leicht auf 68,26%.

Zum zweiten Mal wurde untersucht, inwieweit die Schüler Sachfachunterricht in der französischen Sprache belegen und ob dies einen positiven Einfluss auf deren Kompetenzen in der französischen Sprache hat. Das Resultat: Rund 64 % der Schüler (53,5 % in 2019) belegen Sachfachunterricht auf Französisch (der Anteil wurde nicht definiert) und schneiden signifikant besser ab als die restlichen Schüler.

Von den Lehrlingen in einer mittelständigen Ausbildung erhielten 63,89 % das Zertifikat und erreichen somit das angestrebte Niveau. In 2019 waren es 60,71 %. Im Kompetenzbereich schriftlicher Ausdruck macht sich die mangelnde Praxis bemerkbar. Zahlreiche Lehrlinge haben zudem diesen Teil der Prüfung aus Zeitmangel nicht geschafft und ein leeres Blatt abgegeben. Die Mittelwerte der Lehrlinge liegen mit 57,62 % noch unter den Mittelwerten der Sekundarschüler, haben sich aber insgesamt verbessert (49,40 % in 2019).

Zusammenfassend, bewertet das Institut des Langues Vivantes (ISLV) der Universität Lüttich, das die Analyse der Ergebnisse vorgenommen hat, die erzielten Ergebnisse als gut und zufriedenstellend. „Es kann kein negativer Einfluss der Corona-Pandemie auf die Sprachenkenntnisse in Französisch als erste Fremdsprache festgestellt werden. Es wird eine Steigerung oder eine Stabilisierung der Ergebnisse verzeichnet“, so der Bericht. Die Universität Lüttich stellt auch fest, dass das Angebot von Sachfachunterrichten in französischer Sprache einen positiven Einfluss auf die Kompetenzen hat und es empfehlenswert wäre, wenn noch mehr Schüler die Angebote nutzen würden.

„Der vorliegende Bericht der Universität Lüttich bescheinigt uns, dass die Französischkenntnisse der Schülerinnen und Schüler gut und stabil sind. (...) Ich möchte daher sowohl den Schülerinnen und Schülern mein Lob und dem Lehrpersonal meinen Dank aussprechen“, wird Lydia Klinkenberg in einem Presseschreiben zitiert. (red/jod)

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