Sturm „Franklin“ rauscht über das Land hinweg

<p>Unzählige Dächer wurden im ganzen Land durch Sturm „Franklin“ in Mitleidenschaft gezogen.</p>
Unzählige Dächer wurden im ganzen Land durch Sturm „Franklin“ in Mitleidenschaft gezogen. | Foto: Photo News

Ausnahmezustand für die Feuerwehr und Sicherheitsdienste: In der Nacht zum Montag hat Sturm „Franklin“ für zahlreiche Notrufe im ganzen Landesgebiet gesorgt. Die Feuerwehrleute in den verschiedenen Gebieten der Provinz Lüttich teilten am Montag mit, dass sie alleine in der vorausgegangenen Nacht ganze 50 Mal zu einem Einsatz ausrücken mussten. In erster Linie ging es um entwurzelte Bäume, auf die Straße gefallene Äste und umherfliegender Dachziegel. Im Laufe des Montags kamen noch einmal weitere 60 Notrufe hinzu. Aus Sicherheitsgründen blieben die Parks und Friedhöfe der Stadt Lüttich vorerst bis Dienstagmorgen geschlossen. In der Provinz Wallonisch-Brabant zählten die Feuerwehren mehr als 100 Einsätze binnen weniger Stunden. Vor allem die Dienste in Gemeinden Braine-l’Alleud, Jodoigne, Nivelles und Wavre waren nach dem Durchzug von „Franklin“ stark gefordert. Glücklicherweise seien keine Verletzten oder größere Zwischenfälle festgestellt worden, hieß es seitens der Hilfeleistungszone.

Auch der Flugverkehr am Landesflughafen von Zaventem wurde durch das Sturmtief in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund von Schäden am Dach des Flughafenterminals kam es am Montag zu Verspätungen, erklärte eine Sprecherin. Die Reisenden wurden aufgefordert, sich auf der Website des Flughafens über ihren Flug zu informieren oder ihre Fluggesellschaft zu kontaktieren.

Nachdem bereits „Eunice“ die Provinz Westflandern besonders stark in Mitleidenschaft gezogen hatte, hat „Franklin“ bis weit in den Montag hinein Verwüstungen angerichtet. Die Teams der Feuerwehr Westhoek seien seit Freitag ununterbrochen im Einsatz, um die vielen gemeldeten Sturmschäden zu beseitigen, hieß es seitens der Sicherheitsdienste. Bis Montag seien mehr als 1.600 Notrufe eingegangen. Zusätzliche Personalressourcen seien freigemacht worden und blieben bis auf weiteres in Alarmbereitschaft. Zwar seien allzu schwere Schäden glücklicherweise ausgeblieben, doch zahlreiche abgedeckte Dächer würden den Feuerwehren zu schaffen machen.

Auch am Montagnachmittag wehten starke Sturmböen über die Küstengebiete. Das KMI sah sich zwischenzeitlich dazu gezwungen, vor akut aufkommenden Sturmfluten zu warnen. Zudem hielt das Meteorologische Institut an der Warnstufe Orange in der Region fest, die es bereits am Wochenende ausgerufen hatte. Aufgrund dieser Warnungen ergriffen die Küstengemeinden erneut Vorsichtsmaßnahmen. In Ostende waren unter anderem die Wellenbrecher und der Pier geschlossen. In Blankenberge war die Seebrücke dicht. Auch die wassernahen Wege am Hafen waren nicht zugänglich. Am Montagnachmittag rief der Bürgermeister von Ostende, Bart Tommelein (Open VLD), dazu auf, den Seedeich und dessen Seitenstraßen zu meiden. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits mehrere Menschen just in dieser Umgebung verletzt; die Rettungsdienste hatten alle Hände voll zu tun.

Wegen des stürmischen Wetters war auch der Tramverkehr in mehreren Küstengebieten unterbrochen. So verkehrten seit Sonntagabend keine Straßenbahnen zwischen Ostende und Westende. In Blankenberge fuhr seit Montagnachmittag aufgrund von Sturmschäden keine Tram mehr. Und auch die Stromversorgung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben des Energienetzbetreibers Fluvius habe es in den vergangenen Tagen in Flandern rund 3.600 lokale Stromausfälle und weitere fast 500 Fälle von Kabelbrüchen gegeben. Die meisten Probleme seien durch umgestürzte Bäume oder geborstene Äste verursacht worden. Insgesamt seien seit dem Wochenende rund um die Uhr mehr als 500 Techniker im Einsatz, um die Probleme zu erfassen und die Pannen zu beheben.

Wie das KMI am Montagabend mitteilte, gehe es davon aus, dass sich die Situation in den frühen Morgenstunden des Dienstags beruhigen wird. (belga/svm)

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