Unverdaulich sei vor allem die geplante Vier-Tage-Woche (Aufteilung der vollen Wochenarbeitszeit über vier statt fünf Tage. z.B vier Tage von je 9,5 Stunden). „Für eine Reihe von Berufen ist ein Zehn-Stunden-Tag nicht möglich. Das bedeutet auch, dass Kindergärten und Schulen zwölf Stunden am Tag zugänglich sind. Es bedeutet ein höheres Risiko auf Arbeitsunfälle. Auch wird damit eine Änderung des Gesetzes von 1971 gefordert, das den Acht-Stunden-Tag regelt“, so Bodson im RTBF-Rundfunk. Eine solche Regelung ist in seinen Augen „ein tödlicher Messerstich“ in die Forderung der Arbeitswelt nach einer kollektiven Arbeitszeitverkürzung.
Was die Maßnahmen zur Lockerung der Arbeit nach 20 Uhr im E-Commerce betrifft, „wird die soziale Konzertierung mit Füßen getreten“, meint er.
Thierry Bodson stellte auch das erklärte Ziel der Vivaldi-Koalition in Frage, bis 2030 eine Beschäftigungsquote von 80 % zu erreichen. „Um 80% zu erreichen, müssen 700.000 Arbeitsplätze geschaffen oder besetzt werden.... Nun gibt es in diesem Land aber nur 300.000 entschädigte Vollarbeitslose. Die restlichen 400.000 muss man sich bei Minister Vandenbroucke holen, der eine Wiedereingliederung der Kranken in den Arbeitsprozess umsetzen will. Das ist die wahre Debatte, die die Regierung nicht auszusprechen wagt. Und eine Beschäftigungsquote von 80 % mit beschissenen Jobs löst nicht das grundlegende Problem, nämlich die Refinanzierung der Sozialversicherung. Diese Jobs für ein paar Stunden im Monat wie in Deutschland finanzieren die Sozialversicherung nicht. Wenn man die Beschäftigungsquote erhöhen will, muss man die Qualität der Arbeitsplätze verbessern.“ (belga/gz)
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